Amstetten , Haidershofen

Erstellt am 17. April 2018, 04:57

von Hermann Knapp

Caritas: „Der Klient steht bei uns im Mittelpunkt“. Leiterinnen der Sozialstationen zogen Bilanz und lobten das tolle Arbeitsklima. Dennoch kämpft auch Caritas mit Personalmangel.

Regionalleiter Markus Lurger mit Birgit Rass (Sozialstation Amstetten Ostarrichi), Rosemarie Westermayr (Sozialstation NÖ-West), Marion Mottl (Sozialstation Ybbsfeld), Cornelia Kerschbaumer (Sozialstation Sankt Severin) und Anita Lampersberger, Sozialstation Urltal.  |  Hermann Knapp

„Bei der Caritas steht der Klient im Mittelpunkt. Da ist wirklich noch Zeit, sich im Rahmen der mobilen Pflege mit den Leuten zu beschäftigen und auch mit ihnen zu reden. Oft ist das ja die einzige Ansprache, die sie am Tag haben. Ich war 15 Jahre in einem Krankenhaus und da hatte ich zuletzt den Eindruck, dass die Dokumentation dessen, was man tut, oft wichtiger war, als die Arbeit am Patienten selbst“, sagt Cornelia Kerschbaumer von der Sozialstation St. Severin in Haidershofen.

Für sie und auch die anderen Leiterinnen der Caritas-Sozialstationen im Bezirk ist die mobile Pflege die Königsdisziplin. „Denn unsere Mitarbeiterinnen haben hohe Eigenverantwortung, sind immer wieder mit neuen überraschenden Situationen konfrontiert und müssen auch mit den Familienangenhörigen der zu Pflegenden zurechtkommen. Die Herausforderungen sind also groß“, betont Einsatzleiterin Birgit Rass aus Amstetten.

Dafür sei die Caritas aber ein Arbeitgeber, wie man sich ihn besser kaum wünschen kann. Auch darüber sind sich die Leiterinnen der Sozialstationen im Bezirk Amstetten einig. Den Mitarbeiterinnen werden optimale Fortbildungsmöglichkeiten angeboten und auch bei der Diensteinteilung wird ihnen, so weit wie möglich, entgegengekommen.

Anstellung gibt es schon ab zehn Stunden

Ein Job bei der Caritas biete eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine gute Teamkultur mit menschlichem Umgang und eine variable Stundenverpflichtung. „Wir stellen Mitarbeiterinnen schon ab zehn Stunden an. Außerdem bekommt jede unserer Hauskrankenpflegerinnen ab 20 Stunden ein persönliches Dienstauto, das sie auch privat nutzen kann“, sagt Regionalleiter Markus Lurger.

Trotz dieser guten Voraussetzungen kämpft die Caritas, wie die anderen Sozialorganisationen auch, darum, ausreichend qualifiziertes Personal zu bekommen. Derzeit sind 18 Stellen offen – von der Heimhelferin bis hin zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin. Vor allem im Bereich der Heimhilfe plant die Caritas, künftig auch selbst Ausbildungskurse anzubieten. „Wir wollen in Kooperation mit dem BFI einen viermonatigen Lehrgang anbieten“, sagt Lurger.

Natürlich kann man die Teilnehmer nicht dazu verpflichten, später tatsächlich bei der Caritas zu arbeiten. „Aber man kann ihnen natürlich die Vorteile einer Beschäftigung bei uns nahebringen – auch im Rahmen eines Praktikums“, sagt Lurger.