Amstetten

Erstellt am 09. Januar 2018, 05:22

von Peter Führer

Bezirk Amstetten: Positive Bilanz beim AMS. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist positiv. Besonders Junge hätten vom Wirtschaftsaufschwung profitiert. Über 50-Jährige bleiben jedoch Problemgruppe.

Harald Vetter zieht eine positive Bilanz. Die Arbeitslosigkeit ging 2017 deutlich zurück, der Bezirk steht vor allem im Vergleich zu anderen Bezirken Niederösterreichs gut da. Das AMS konnte 2017 auch mehr Stellen als im Vorjahr besetzen. Foto: B.V. Lachner_Photosandmore.at  |  B.V.Lachner_Photosandmore.at

„Mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum im Rücken steigen die Beschäftigten- und sinken die Arbeitslosenzahlen“, so die erfreuliche Bilanz des AMS Amstetten-Geschäftsstellenleiters, Harald Vetter, zum abgelaufenen Arbeitsmarktjahr 2017. Steigende Arbeitskräftenachfrage führte zu mehr Arbeitsaufnahmen aus der Arbeitslosigkeit und zu einem kräftigen Plus bei den Stellenbesetzungen.

Strukturelle Probleme bleiben bestehen

Trotz der erfreulichen Trendwende, die am Arbeitsmarkt 2017 gelungen ist, gibt es aber weiterhin strukturelle Probleme: Personen der Generation 50+ beziehungsweise mit gesundheitlichen Einschränkungen laufen weiterhin in Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden oder zu bleiben. Jeder dritte Arbeitslose aus dem Bezirk Amstetten ist über 50 Jahre.

„Für über 50-Jährige bleibt es trotz guter Wirtschaftslage weiterhin schwierig, einen passenden Job zu finden. Diese Personengruppe bedarf verstärkt unserer Unterstützung bei der Jobvermittlung“, erklärt AMS-Chef Vetter.

Im Monatsdurchschnitt waren 2017 2.294 Personen beim AMS Amstetten arbeitslos vorgemerkt, um 347 Personen oder 13,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bis Jahresende ist es 4.700 arbeitslos vorgemerkten Personen gelungen, wieder eine Anstellung zu finden. Der Vergleich zum übrigen Bundesland zeigt: Die Arbeitslosenquote ist im Bezirk mit 5,2 Prozent deutlich unter dem Landesschnitt (8,8 Prozent).

Am meisten profitierten Jugendliche unter 25 Jahre. Bei dieser Gruppe verzeichnete das AMS einen Rückgang von 30,7 Prozent. „Erfreulich ist auch ein Minus bei den Langzeitarbeitslosen von 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, betont Vetter. Insgesamt waren 351 Personen beim AMS Amstetten bereits ein Jahr oder länger arbeitslos vorgemerkt, das sind rund 15 Prozent aller Arbeitslosen. Zum Vergleich: In Niederösterreich sind 23 Prozent langzeitarbeitslos.

Steigende Nachfrage nach Personal

Gleichzeitig herrschte am niederösterreichischen Arbeitsmarkt rege Nachfrage nach Personal. „Wir haben die Dynamik des Aufschwunges genutzt und uns intensiv ins Arbeitsmarktgeschehen eingebracht“, führt Vetter aus. So meldeten heimische Unternehmen bis Jahresende 6.300 freie Stellen und Lehrstellen. Ein sattes Plus von 20,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gleichzeitig wurden 4.100 freie Stellen und Lehrstellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt – ein Plus von 300 Stellenbesetzungen im Vergleich zu 2016. Auch in der Problemgruppe der über 50-Jährigen konnten deutlich mehr Personen (plus 19,1 Prozent) eine Arbeit aufnehmen.

„Mit einem soliden Wirtschaftswachstum im Rücken gilt es für uns als AMS, im kommenden Jahr konsequent an den strukturell bedingten Problemen am Arbeitsmarkt zu arbeiten“, schließt AMS-Chef Vetter seine Jahresbilanz ab.