Amstetten

Erstellt am 17. April 2018, 05:15

von Stephanie Turner

Sachwucher! Betrüger im Bezirk Amstetten unterwegs. Fahrende Messerschleifer waren im Bezirk unterwegs und verlangten von ihren Kunden nach getaner Arbeit plötzlich überhöhte Preise. Polizei wurde zu spät alarmiert.

Symbolbild  |  BilderBox.com, Wodicka

Um mehrere hundert Euro geschädigt wurde vergangenen Montag ein Landwirt aus dem Bezirk. Zwei Personen boten an, Haushaltsmesser zu schleifen und zu härten. Der Betroffene sagte zu auf das Angebot hin zahlreiche Messer schleifen zu lassen. Nachdem die Arbeit getan war, wurde allerdings plötzlich ein weit überhöhter Betrag verlangt, den der Betroffene schließlich bezahlte.

Kein Einzelfall, denn gerade erst im Dezember des Vorjahres kam es zu einem ähnlichen Fall, wo fahrende „Handwerker“ versprachen, ein Dach zu sanieren und schließlich 58.000 Euro für die minderwertige Arbeit, die zusätzlich noch ohne Gewerbeberechtigung ausgeführt wurde, verlangten.

Laut Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer Amstetten, Andreas Geierlehner, ist dieses „Feilbieten im Umherziehen“ nicht erlaubt: „Das Feilbieten, also der Verkauf an den Endverbraucher, im Umherziehen von Ort zu Ort oder von Haus zu Haus ist grundsätzlich verboten. Es gibt zwar entsprechende Ausnahmen, für Bäcker zum Beispiel, oder etwa, wenn Bestellungen aufgegeben wurden. Die Tätigkeit von Werkzeugschleifarbeiten im Umherziehen, die keine bestellten Arbeiten verrichten, ist allerdings nicht erlaubt.“

Es wird Privatpersonen deshalb geraten, sich die Gewerbelegitimation des Unternehmers zeigen zu lassen. Damit ist sichergestellt, dass es sich um einen „echten“ Unternehmer handelt. Denn nur bei einem Werkvertrag kann der Konsumentenschutz greifen und die Wucherpreise einklagen.

Auf keinen Fall unter Druck setzen lassen

Konsumentenschützer Herwig Rezek von der Arbeiterkammer rät, gänzlich die Finger von derartigen Angeboten zu lassen. „Im Idealfall schickt man diese Betrüger sofort wieder weg. Sollte aber schon zugesagt worden sein, ist es wichtig, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, nichts zu bezahlen und die Polizei zu alarmieren.“

Dem kann man auch seitens der Polizeidirektion St. Georgen/Ybbsfelde, bei der der jüngste Vorfall gemeldet wurde, zustimmen: „Das mit den Messerschleifern ist ein Phänomen, das immer wieder einmal vorkommt. Sie kommen meist zu zweit, haben ein seriöses Auftreten und bieten dann Messerschleifen um einen Zentimeterpreis an. Später werden aber beide Messerseiten verrechnet und noch 20 Prozent ,Mehrwertsteuer‘ aufgeschlagen. So kommt man auf Kosten von bis zu 800 Euro. Die Geschädigten werden dann bedrängt, das Geld zu bezahlen. Vor einigen Tagen waren Messerschleifer auch in Haag unterwegs, da ging man aber nicht auf das Angebot ein.“