Erstellt am 04. Januar 2018, 11:45

von NÖN Redaktion

Europas größte Unterseewelt. Vor den Toren Wiens entfaltet sich knapp 60 Meter unter der Erdoberfläche ein beeindruckendes Naturschauspiel: Im Schaubergwerk „Seegrotte“ in der Hinterbrühl befindet sich Europas größter unterirdischer See.

Hinterbrühls Seegrotte ist ein einmaliges Naturschauspiel.  |  zVg

Nach einem gewaltigen Naturereignis entstand im südlichen Niederösterreich eines der eindruckvollsten Naturdenkmäler der Welt: Die Seegrotte in der Hinterbrühl. Es war im Jahr 1912, als nach einer Sprengung im damaligen Gipsbergwerk Hinterbrühl mehr als 20 Millionen Liter Wasser aus einem sogenannten Wassersack, mit ungeheurer Wucht, in die Gänge und Stollen strömten. Durch den Einbruch des Wassers hat sich ein riesiger See gebildet – nämlich der größte unterirdische See Europas. Das stillgelegte Bergwerk blieb geschlossen, bis zu dem Tag, an dem ein Team von internationalen Höhlenforschern in den 1930er-Jahren das einmalige Naturspektakel unter Tage entdeckten. Der „Große See“ befindet sich zirka 60 Meter unter der Erdoberfläche und ist mit einer Wasseroberfläche von ungefähr 6.200 Quadratmetern und einer im Durchschnitt 1,20 Meter Wassertiefe der größte unterirdische See Europas. Tiefster Punkt ist ein 12 Meter tiefer Schacht. Der See hat einen Zufluss aus sieben unterirdischen Quellen, aber keinen natürlichen Abfluss. Deshalb müssen jede Nacht 50.000 bis 60.000 Liter Wasser abgepumpt werden, damit der Wasserstand auf 1,20 Meter erhalten bleibt.

Nicht verwunderlich, dass diese beeindruckende Naturstätte schon mal Drehort ist, z.B. für Peter Turrinis „Der blaue Engel“.