Erstellt am 10. Februar 2018, 04:24

von Susanne Müller

Arbeitsmarkt: „Strukturelle“ Sorgen bleiben auch 2018. AMS schnürt für heuer Maßnahmen-Pakete, denn Langzeit- und Altersarbeitslosigkeit werden sich nicht auflösen.

Herbert Leidenfrost, Leiter des AMS Bruck.  |  B.V. Lachner

„Das Jahr 2018 beginnt spannend und mit vielen Veränderungen“, spielt Brucks AMS-Chef Herbert Leidenfrost etwa auf die Aktion 20.000 an. Die von der SPÖ initiierte Aktion wurde ja von der neuen türkis-blauen Bundesregierung gestoppt, bevor sie heuer beginnen hätte sollen.

Gabriele Fälbl, Leiterin des AMS Schwechat.  |  Photosandmore.at

Da die AMS-Mitarbeiter aber schon im Vorjahr wochenlang Vorbereitungsarbeit geleistet hatten, wurde kurzfristig beschlossen, dass jene, für die es bereits fixe Vereinbarungen gab, trotz des Stopps gefördert werden. „Bei uns betrifft das 16 Personen. Sechs davon waren insgesamt 19 Jahre arbeitslos und haben jetzt wieder einen Job gefunden“, so Leidenfrost. Aus seiner Sicht hätte die Aktion „Hoffnung und Chancen“ bringen können. Wenn das Geld stattdessen aber für Ausbildungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werde, dann könne er dem auch etwas abgewinnen.

„Der Fachkräftemangel wird zunehmend ein großes Thema“, so Leidenfrost. „Es gibt aber viele, die teilqualifiziert sind. Die kann ich mit konkreten Ausbildungsmaßnahmen in Beschäftigung bringen“, meint der AMS-Chef. Für heuer prognostiziert er: „Die Beschäftigung wird weiter steigen, aber die Arbeitslosigkeit nicht im gleichen Maß zurückgehen.“ Eine Prognose, die auch seine Schwechater Kollegin Gabriele Fälbl teilt: „Ich gehe davon aus, dass die Wirtschaft auch in den kommenden zwei bis drei Jahren stabil wachsen wird. Eine gute Zeit also, um sich großen Herausforderungen, wie Langzeit- und Altersarbeitslosigkeit, die sich trotz eines brummenden Wirtschaftsmotors nicht von selbst auflösen werden, wirksam anzunehmen“, so Fälbl.

Schwerpunkte für Langzeitarbeitslose

Bei der Langzeitarbeitslosigkeit seien nämlich keine deutlichen Verbesserungen zu erwarten. Es zeichne sich ab, dass auch die Zahl der Jobsuchenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zunehme. „Hier werden wir verstärkt fördern“, verweist Leidenfrost auf ein Förderbudget für 2018 von 1,3 Millionen Euro. Im Schwechater Raum stehen für Ältere und Langzeitarbeitslose 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Knapp 1.000 ältere Arbeitsuchende und rund 180 unter 45-jährige langzeitarbeitslose Personen sollen in Schwechat wieder in Beschäftigung gebracht werden, so das Ziel.

Mit dem Projekt „Trendwende“ will man sich mit Hilfe von „Case Managern“ genau um diese Personengruppe kümmern. Darüber hinaus will man sich vor allem der Qualifizierung widmen.

Leidenfrost geht davon aus, dass bei 20.000 Beschäftigten im Raum Bruck heuer wieder gut 4.000 Betroffene auf Arbeitssuche sein werden. Erklärtes Ziel ist, dass es 2.300 Arbeitsaufnahmen geben wird. „1.369 Stellen sollten wir akquirieren. Das sollte sich gut machen lassen“, so Leidenfrost. Schwieriger werde es bei den 242 davon, die besser dotiert sein sollen.