Bruck an der Leitha

Erstellt am 13. Januar 2018, 14:34

von Susanne Müller

Von Polizei abgeholt: Helfer kämpfen für Aref Sarwari. Fassungslos mussten die Mitglieder von „Unser Bruck hilft“ gestern, Freitag, Abend zusehen, wie Aref Sarwari von der Polizei abgeholt wurde.

Aref Sarwari  |  Müller

Der junge Afghane wurde im Auftrag des Bundesamts für Fremden- und Asylwesen ins Anhaltezentrum Hernalser Gürtel gebracht. Wann er abgeschoben werden soll, ist derzeit unbekannt.

Dabei kämpfen die Brucker bereits seit Oktober mit aller Kraft dafür, dass Aref in Bruck bleiben kann, nachdem er ein negatives Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erhalten hatte (die NÖN berichtete). Man hat seither alle Hebel in Bewegung gesetzt und auch einen Antrag auf humanitäres Bleiberecht gestellt.

"In unseren Augen ist dies äußerst befremdlich"

Das Verfahren läuft noch. Umso bestürzter war man gestern Abend in Bruck über die plötzliche Polizeiaktion. Anwältin  Romana Schön von der Kanzlei Sailer-Schön: „In unseren Augen ist dies äußerst befremdlich und schwer rechtswidrig, einen Menschen während eines laufenden  Verfahrens in Schubhaft zu nehmen. Der Verfassungsgerichtshof hat die Causa an den Verwaltungsgerichtshof abgetreten, das Verfahren dort läuft.“

„Wenn es ein Musterbeispiel für gelungene Integration gibt, dann wohl Aref“, so Peter Windholz, Obmann von „Unser Bruck hilft“. Eine Petition, mit der sich der Verein für Sarwaris Verbleib in Österreich einsetzt, hat bereits mehr als 3.500 Unterstützer. Und die Brucker werden weiterhin nichts unversucht lassen. Immerhin wird Sarwari nicht nur von den freiwilligen Helfern als besonders gut integriert bezeichnet. Sarwari hat sich in den zwei Jahren, die er mittlerweile in Bruck lebt, seine Deutschkurse selbst organisiert und inzwischen einen B2-Kurs absolviert, ein Niveau, das immerhin für ein Studium ausreichend ist.

Er ist auch beim Brucker Fußballverein ASK-BSC als ehrenamtlicher Betreuer der Kampfmannschaft II und als Jugendtrainer im Einsatz, hat sich zum Sozialdiensthelfer beim Roten Kreuz ausbilden lassen und arbeitet seit nunmehr eineinhalb Jahren ehrenamtlich beim Sammelzentrum der Firma Jüly. Hätte er einen positiven Asylbescheid, könnte er derzeit aus zwei Angeboten für 40-Stunden-Jobs wählen. Derzeit besucht der Christ sogar einen Taufvorbereitungskurs der Erzdiözese Wien.


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