Purgstall an der Erlauf

Erstellt am 09. Februar 2018, 05:00

von Karin Katona

Eva Lugbauer: "Und am Ende stehlen wir Zitronen". Die ehemalige NÖN-Mitarbeiterin Eva Lugbauer hat ihren ersten Roman „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ herausgebracht.

Autorin Eva Lugbauer mit den frisch gedruckten Exemplaren ihres Debütromans „Und am Ende stehlen wir Zitronen“  |  Raimund Holzer

Autorin Eva Lugbauer besuchte ihre ehemaligen Kollegen in der NÖN-Redaktion und brachte ihren eben erschienenen Roman „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ mit.

NÖN: Wie lange hat es gedauert, von der Idee bis zum fertigen Buch?

Eva Lugbauer: Insgesamt waren es drei Jahre, wobei es intensive Phasen gab und Zeiten, in denen ich an anderen Texten oder gar nicht geschrieben habe.

Hatten Sie von Anfang an einen fixen Plan für die Handlung?

Lugbauer: Eigentlich nicht. Ich bin von einer Idee ausgegangen und im Laufe des Schreibens hat sich dann erst die Handlung entwickelt.

Und welche Idee war das?

Lugbauer: Die Grundidee war, was passiert, wenn man jemanden kennenlernt, der einem ähnlich sieht, aber das Leben führt, das man selbst unterdrückt. Und man fragt sich, wie es wäre, wie dieser andere zu sein. Die Frage ist nur: Wäre es dann wirklich so aufregend, wie man es sich vorgestellt hat?

Woher nehmen Sie die Inspiration fürs Schreiben?

Lugbauer: Das ganze Leben ist Inspiration. Meine Einfälle kommen oft spontan. Die Idee zum Buch hatte ich zum Beispiel vor dem Einschlafen.

Was macht Ihren Schreibstil aus?

Lugbauer: Ich drücke mich gern klar aus und mag keine sprachlichen Verschnörkelungen. Ich lasse aber gern durch Vergleiche Bilder entstehen. Meine Heldin zum Beispiel vergleicht die Gedanken, die sie quälen, mit Kugeln, die im Kopf hin- und herrollen. Und die Zitronen sind eine Art Sehnsuchts-Symbol.

Steckt im Buch auch Autobiografisches?

Lugbauer: Das werde ich sehr oft gefragt. Aber mein Buch ist auf keinen Fall eine Autobiografie. Ich würde es beschreiben als einen Mix aus Erlebtem und Erzähltem, verkittet mit Erfundenem.

Wie würden Sie Isa, die Heldin Ihres Romans, beschreiben?

Lugbauer: Sie ist eine junge Frau, die aus dem biederen, vorgezeichneten Landleben ausbrechen möchte. Sie stellt sich vor, wie es wäre, ein wildes Leben zu führen. Sie hat aber auch Angst vor der Freiheit und der großen weiten Welt. Dadurch, dass sie sich mit jemand anderem identifiziert, den sie bewundert, hofft sie, das Leben führen zu können, das sie sich vorstellt. Man könnte „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ als Entwicklungsroman bezeichnen.

Ist Freiheit auch für Sie ein wichtiges Thema?

Lugbauer: Irgendwann steckt jeder von uns in einer Situation, wo er sich gefangen fühlt und sich danach sehnt, auszubrechen und einen anderen Weg zu gehen. Irgendjemand hat einmal gesagt, man muss sich erst verlieren, um zu sich selbst zu finden. Dieser Satz passt gut zur Handlung meines Romans. Isa muss sich erst verirren, damit sie ihren eigenen Weg finden kann.

Im Buch kommen Männer nur als Nebenpersonen vor...

Lugbauer: Das stimmt. Die Handlung bestimmen die Frauen, die Männer sind eher Statisten. Mich interessieren starke Frauenfiguren. Besonders in den vergangenen Jahren habe ich mich sehr viel mit Frauenfiguren beschäftigt. Und in meiner Bildungskarenz studiere ich jetzt auch Gender Studies an der Uni Wien.

Haben Sie schon Pläne für ein weiteres Buch?

Lugbauer: Ja, ich werde auf alle Fälle weiter schreiben. Ich habe da auch schon ein paar Ideen. Aber mehr will ich noch nicht verraten.

Wann und wo werden Sie Ihren Roman präsentieren?

Lugbauer: Die erste Präsentation gibt es am 26. Jänner im Thalia auf der Mariahilfer Straße in Wien. Am 9. März bin ich dann im Kulturportal in Scheibbs.