Erstellt am 29. November 2017, 04:19

von NÖN Redaktion

Wie man heute heizen kann. Dass der allergrößte Teil der Fertighäuser heute als Niedrigenergiehäuser produziert wird, ist Fakt. Eine Heizung brauchen freilich auch diese Häuser. Aber welche soll man nehmen?

Solarstrom mit Photovoltaikanlagen ist eine Energieform der Zukunft.  |  Shutterstock

Bei Passivhäusern ist die Frage nur noch eine eher rhetorische: Die Häuser sind so perfekt gedämmt und so energieeffizient konzipiert, dass die Heizung gar keine Hauptrolle mehr spielen muss. Was man braucht, ist eine Zusatzheizung, sozusagen für „Notfälle“.

Bei Niedrigenergiehäusern ist die Rolle der Heizung zwar wichtiger, aber längst nicht mehr so wichtig wie seinerzeit, als man mit Dämmwerten und Energieeffizienz in den Kinderschuhen steckte. 

Für welche Art der Heizung man sich entscheidet, will aber trotzdem auch heute wohlüberlegt sein. 

Welche Möglichkeiten hat man also?

Öl oder Gas, vor gar nicht so vielen Jahren noch die beliebtesten Formen, spielen jedenfalls bei Neubauten keine Rolle mehr. Das ist einerseits eine politische Entscheidung, andererseits eine Folge des Umweltbewusstseins der heutigen Generation. Die Belastung für die Umwelt ist enorm, der Vorrat enden wollend und die preisliche Komponente nach wie vor unsicher. 

Holz aus unseren Wäldern 

Holzheizungen sind dagegen in unseren Breiten eine durchaus gute und politisch gewünschte Möglichkeit, um sich im Haus wohlig warme Temperaturen zu schaffen. Die Biomasse-Systeme verbrennen nachwachsende heimische Ressourcen klimaneutral und sparen Energie.

Für den Nutzer sind sie aber mit Wartungskosten und höherem Bedarf an Lagerraum verbunden. Drei Möglichkeiten sind üblich: Pellets (hoher Heizwert, effiziente Lagerung, automatische Befüllung), Scheitholz (manuelle Befüllung, sinnvoll vor allem für Menschen, die diesen Brennstoff günstig aus einem Wald in der Nähe beziehen können) oder Hackschnitzel (Reste aus der Holzverarbeitung, daher umweltfreundlich, automatische Befüllung). 

Lass die Sonne rein

Immer wichtiger als Energiespender wird laut Experten die Sonne, die praktisch unendlich viel Energie liefert, und das auch noch kostenlos. Sind die Investitionskosten erst einmal herinnen, gibt’s Energie praktisch zum Nulltarif.

Den Haken von heute – die Speichermöglichkeiten sind noch nicht absolut ausgereift, womit sich noch nicht der komplette Energiebedarf eines Hauses abdecken lässt – wird man auch bald in den Griff bekommen, womit die Solarenergie immer attraktiver wird.

Eine Photovoltaikanlage gewinnt Energie aus der Sonnenwärme und wandelt diese automatisch in Strom um, der direkt an die Stromheizung geliefert wird. Mit Solarthermie wird die Energie an eine Trägerflüssigkeit abgegeben.

Boden, Luft und Wasser 

Auf die Kraft der Sonne greifen letztlich auch Wärmepumpen zurück. Sie verwenden allerdings bereits in der Umwelt gespeicherte Energie, etwa die Wärme im Boden, in der Luft oder im Grundwasser. Fakt ist: Wärmepumpen sind umweltfreundlich und abgesehen von den Investitions- und Wartungskosten gratis. Ob eine Wärmepumpe die Energie besser aus der Luft, dem Boden oder dem Wasser gewinnen soll, lässt sich nur im Einzelfall aufgrund von Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Grundstücksgröße etc. entscheiden. 

Viel spricht also dafür, dass Heizungen in Zukunft großteils mit selbst erzeugtem Strom „befeuert“ werden. Entscheidend für die Wahl der Heizung ist natürlich immer auch der Kostenfaktor. Der lässt sich unter Umständen mit entsprechenden Förderungen im Rahmen halten. Die Länder fördern umweltfreundliche Heizsysteme teilweise recht ordentlich.

Ein Blick auf die Websites der Länder lohnt sich da in jedem Fall!