Erstellt am 29. Oktober 2017, 04:45

von NÖN Redaktion

Wie der Wein zum Dach im Garten wird . Die himmelwärts strebende Pflanze klettert auf Spalieren, Zäunen und der Pergola hoch – und kann ein wahrer Hingucker sein. Plus: Die Aussaat im Herbst bringt Vitamine im Winter.

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Dort, wo der Wein zu Hause ist, in große Weingegenden, wird er gerne als gestalterisches Element für Kreisverkehre oder bei Trockenstein-Mauern eingesetzt. Er ist eine der ältesten Kulturpflanzen mit saftigen Trauben und einem knorrigen Stock, markanten Blättern und dünnen, aber fest sitzenden Ranken. Die Rebe ist eine bemerkenswerte, vielseitig einsetzbar Pflanze – auch für den Garten.

Der wilde Wein ist in seinen Ursprüngen noch in europäischen Auwäldern zu finden: Er wurzelt unter Bäumen und erklimmt die Kronen. Die Ranken geben ihm Halt, sodass die Pflanzen entlang von Drähten und Gerüsten gezogen werden können. Das Lianengewächs klettert auf Spalier, Zaun, Seilgerüst oder Pergola – mit ihm können auflockernde Strukturen geschaffen werden.

Gemütlich in einer Ecke unter der Laube zu sitzen hat doch seinen Reiz, überhaupt wenn man dabei Spritzer, Zweigelt oder Sekt trinkt. Wein treibt im Frühjahr eher spät aus und lässt die angenehme Sonnenwärme durch sprießende Blätter dringen. Im Sommer dann bildet er ein dichtes Laubdach und hält die Hitze fern. Die Luft strömt dennoch hindurch.

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Kein Platz für einen Baum und doch eine Beschattung erwünscht? Ein Laubengang mit Wein entlang einer Mauer oder über einen Weg wäre doch wahrer Hingucker im Garten. Das Gerüst kann aus Holz oder Metall bestehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: viel Schatten und eine reiche Ernte. Mehrere Stöcke können aber auch ein Geländer oder Zaun bilden. So entsteht eine Weinstock-Reihe, fast wie im „echten“ Weingarten. Die Drahtseile können parallel oder fächerförmig montiert werden – oder in größerem Abstand vom Boden weg schräg zu einer Wand laufen.

Was braucht der Wein? Er liebt die Wärme. Ist das Klima rauer, kann er südseitig entlang einer Hausmauer gesetzt werden. So kann er die Strahlungswärme nutzen. Eine rasche Erwärmung des Bodens ist vorteilhaft. Nasse Böden mag er nicht, dafür bereiten ihn nährstoffarmer Kies, Gestein oder Sand keine Probleme. Die flachen Wurzeln können sich bis zu vier Meter oder noch mehr ausbreiten.

Die Veredelungsstelle sollte sich bei der Pflanzung drei Zentimeter über der Erde befinden. Kompost im Frühjahr versorgt den Stock mit Nährstoffen. Möchte man die Beeren genießen, sollte man auf große, kernlose und aromatische Tafeltrauben setzen: Die grüngelb-rötliche und fruchtig-süße Palatina reift Anfang September und ist sehr pilzresistent sowie starkwüchsig, während die robuste Uhudlersorte Isabella beispielsweise im Oktober für blau-süßen Traubengenuss sorgt.