Erstellt am 17. Mai 2017, 16:11

Grünes Gartenvergnügen. Wer energiebewusst handeln möchte, kann das auch im eigenen Garten tun. Naturnahes Gärtnern ist nachhaltig und schützt die Umwelt.

Hochbeete können unter anderem durch Natursteine, Ziegel, Bausteine aus Recyclingkunststoff, Weidenruten oder Holz eingefasst sein. Bei Holzeinfassungen empfehlen sich heimische Harthölzer wie Lärche, Hainbuche oder Eiche.  |  Natur im Garten/Erwin Piribaue

Gartenarbeit kann auch energiebewusst sein. Energie einsparen kann man dabei auf verschiedene Art und Weise. Unter anderem, indem man Abläufe vermeidet, bei denen viel Energie verbraucht oder CO2 ausgestoßen wird, wie etwa lange Transporte, eine energieaufwendige Gewinnung von Materialien und Herstellung von Produkten, Verpackung und Lagerung …
Wie aber kann man nun klimabewusst gärtnern? Zum Beispiel durch:

  • Eigenkompostieren

Denn: „Wenn ich Abfälle selber kompostiere, vermeide ich Transportwege“, erläutert Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“. Weil ich sie nicht in die Biotonne werfe, von wo aus die Abfälle dann wegtransportiert werden müssen.
Darüber hinaus dient Kompost „als wertvoller Nährstoffspeicher und damit als wichtigster organischer Dünger im Naturgarten“, verrät das Infoblatt „Kompostieren – so einfach geht’s“. Denn: So braucht es keinen gekauften Dünger, der wiederum Verpackung und Transportwege bedeuten würde, so Batakovic.
„Kompostwirtschaft fördert das Leben im Boden, vermehrt dessen Speicherfähigkeit und verstärkt die Humusbildung“, ist im Infoblatt nachzulesen. „Kompostieren ist praktisch gelebter Umwelt-, Klima- und Pflanzenschutz im Garten!“

  • Verwenden von ökologischem Material 

Immerhin verursachen heimische, nachwachsende Materialen weniger Energiekosten als Materialien, die begrenzt zur Verfügung stehen. Wie etwa Bauxit, das zur Herstellung von Aluminium verwendet wird. Bei dieser übrigens wird noch zusätzlich Energie verbraucht. Daher empfiehlt es sich für alle, die weniger Energie verbrauchen wollen, sich ein Hochbeet aus Lärche zu bauen, anstelle eines aus Aluminium.

  • Nutzen regionaler Quellen und Geschäfte

Steine sind in Gärten oft zu finden. Wer lange Transportwege verhindern will, verwendet Steine aus der Region. Ganz unter dem Motto „Regional statt international“, so Batakovic. Denn: „Je kürzer die Transportwege, desto besser.“
Ähnliches gilt auch für Jungpflanzen. Zwar könnte man selbst Pflanzen ziehen. Wird das aber schwierig, sollte man sich an den benachbarten Gärtner wenden und nicht seine Pflanzen aus Holland oder Amerika beziehen. Wer in der Region kauft, egal ob Pflanzen, Gartengeräte oder Werkzeuge, der reduziert Transportwege und fördert damit gleichzeitig Arbeitsplätze in der Region.

  • Dauerbepflanzung

Auf so mancher Grünfläche blühen verteilt übers Jahr unterschiedliche Blumen, weil sie immer wieder neu dort gepflanzt werden. Statt allerdings Blumen nach nur einem Jahr oder vielleicht sogar schon alle paar Monate auszutauschen, wäre es energieeffizienter, Pflanzen länger an ihrer Position zu belassen. Bevorzugterweise Pflanzen, die in die Region passen und auch aus der Region kommen. „Wenn ich standortgerechte Pflanzen verwende, habe ich weniger Arbeit und muss weniger einkaufen“, so die fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.

  • Verzicht auf Torf

Dies ist eines der drei Hauptkriterien der Aktion „Natur im Garten“. Nicht ohne Grund. Denn: Torf gilt als Klimakiller, betont Batakovic. Torf entsteht über Jahrtausende in Mooren. Diese wiederum speichern Unmengen von CO2. Um Torf zu gewinnen, werden die sehr seltenen Moore entwässert. Ist das Moor trocken, entweicht CO2.