Erstellt am 04. Januar 2018, 05:26

von Thomas Schindler

Landtagswahl 2018: Vier von fünf haben Chancen. Ziemlich fix im nächsten Landtag sind lediglich Renner und Lobner. Enzinger und Dorner müssen noch zittern.

v. links: Ob Renner wieder in die Landesregierung oder nur in den Landtag kommt, wird sich später zeigen.; Lobner will im Landtag bleiben und hat derzeit keine Ambitionen, Teil der Landesregierung zu werden.; Enzingers Wiedereinzug in den Landtag ist nicht fix. Verlieren die Grünen ein Mandat, muss sie gehen.; Dieter Dorner hat die Chance, erstmals im Landesparlament Platz zu nehmen.; Reidinger sagt selbst, dass „es unwahrscheinlich ist“, dass er ins Landesparlament einzieht.  |  zVg, FPÖ

Fünf Parteien treten bei der NÖ Landtagswahl am 28. Jänner an: ÖVP, SPÖ, FPÖ, die Grünen und NEOS. Im Wahlkreis Gänserndorf – er umfasst den gesamten Bezirk mit seinen 44 Gemeinden – verfügt lediglich die Volkspartei über ein sogenanntes Grundmandat (Direktmandat). Das heißt: Die Schwarzen waren die Einzigen, die beim letzten Urnengang 2013 im Bezirk genügend Stimmen holen und somit aus eigener Kraft einen Sitz im Landesparlament erringen konnten. SPÖ und Grüne im Bezirk schafften dies nur über die NÖ Landesliste.

Für die ÖVP im Bezirk geht wieder der amtierende Landtagsabgeordnete Bürgermeister René Lobner aus Gänserndorf als Spitzenkandidat ins Rennen, für die SPÖ die derzeitige Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karin Renner aus Markgrafneusiedl und für die Grünen Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger aus Aderklaa. Für die FPÖ kandidiert erstmals der Untersiebenbrunner Gemeinderat Dieter Dorner als Bezirks-Spitzenkandidat und für die NEOS Roland Reidinger aus Strasshof.

Keine Chancen auf Einzug

Während Letzterer – auch eigenen Aussagen nach – keine Chance auf einen Einzug in den Landtag hat, können die vier anderen mit diesem durchaus rechnen. Vor allem Lobner, aber auch Renner, die auf der Landesliste auf Platz zwei steht, sollten dem neuen Landesparlament angehören. Enzinger wiederum sitzt auf einem Wackelmandat: Die Grünen verfügen in NÖ derzeit über vier Sitze und die Aderklaaerin ist auf der Landesliste an vierter Stelle gereiht. Das heißt: Verliert die Öko-Partei ein Mandat, ist Enzinger draußen. Über die Bezirksliste hat sie nämlich keine Chance.

Selbiges gilt auch für Dorner. Der Freiheitliche steht aber auf der blauen Landesliste am sechsten Platz. Derzeit verfügt die FPÖ in NÖ über vier Sitze. Ein Zugewinn von mindestens zwei Mandaten wäre realistisch, sagen Polit-Experten. Trifft dies zu, sitzt Dorner im nächsten Landesparlament.

Mit welchen Themen wollen die Bezirks-Spitzenkandidaten eigentlich punkten? Lobner: „Wichtig ist, Bildungseinrichtungen auszubauen, das Öffi-Angebot zu erweitern, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen, die Schnellstraßen S1 und S8 endlich zu realisieren, das Breitband-Internet im ländlichen Raum auszubauen und die medizinische Versorgung – Stichwort Fachärzte und Tagesklinik – zu verbessern.“

Große Themen im Fokus

Renner setzt großteils auf andere Themen: „Wichtig ist der geplante Radweg von Leopoldsdorf über Breitstetten nach Orth, die Attraktivierung der Nordbahn-Strecke von Wien über Gänserndorf nach Breclav sowie der Abschluss des S1- und S8-Projekts. Weiters brauchen wir mehr Exekutivkräfte im Bezirk und leistbares Wohnen.“

Was sind Enzingers Themen? „Transparenz in Gemeinden, alles was mit Umwelt zu tun hat, der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes samt Netzkarte und die Errichtung eines Schwerpunktkrankenhauses.“ Für Dorner wiederum steht das Krankenhaus an erster Stelle seiner wichtigsten Themen: „Dann brauchen wir noch eine Donauquerung bei Groß-Enzersdorf und mehr Sicherheit durch einen Grenzschutz durch das Bundesheer.“

Für Reidinger steht das Thema Bildungsreform ganz oben: „Dann kommen die Verkehrsprojekte S1 und S8 sowie der Ausbau der Gänserndorfer Tagesklinik zu einem vollwertigen Krankenhaus.“