Gänserndorf

Erstellt am 07. Dezember 2017, 04:36

von Thomas Schindler

Nach Reanimation: Patient trifft Retter. Feuerwehrmann erlitt bei Fahrt zu Einsatz Herzinfarkt. Ein Kamerad rettete ihm das Leben. Jetzt kann wieder gelacht werden.

Feuerwehrkommandant Robert Fischer, Christian Knott und Notfallsanitäter Armin Haas (von links) können wieder lachen.  |  Berufsrettung Wien

Christian Knott, jener Feuerwehrmann, der auf dem Weg zu einem Einsatz einen Herzstillstand erlitten hatte (die NÖN berichtete), traf jetzt seinen Lebensretter Armin Haas, ebenfalls ein Floriani und Notfallsanitäter. Beim Wiedersehen erinnern sich die beiden an die dramatischen Augenblicke am Nachmittag des 27. Oktobers.

Auf der B8 war es zu einem tödlichen Verkehrsunfall gekommen, bei dem eine Wienerin ihr Leben lassen musste. Rückblende: Haas (37) ist mit seinem Privat-Pkw zum FF-Haus unterwegs, direkt vor ihm fährt sein Kamerad Knott (54). Dieser erleidet plötzlich einen Herzinfarkt. Haas, Notfallsanitäter bei der Berufsrettung Wien, erkennt sofort den Ernst der Lage: „Ich holte Christian mit dem Rautegriff aus dem Auto und begann mit der Reanimation.“ Mit dem Handy am Ohr wählte er zeitgleich den Rettungsnotruf 144.

"Dafür bin ich ausgebildet"

Bis zum Eintreffen des Rotkreuz-Teams setzte Haas die Herzmassage fort, stach dann einen Venenzugang und intubierte seinen Kollegen: „Dafür bin ich ausgebildet, das ist mein Beruf. Aber das war eine mentale Ausnahmesituation für mich. Der Patient war ein Kamerad, mit dem ich noch eine Woche zuvor beim Frühschoppen saß.“

Mit dem Defibrillator wurden insgesamt zehn Schocks abgegeben. Knott kam ins AKH, wo er mehrere Wochen behandelt werden musste. Er überlebte ohne bleibende Schäden und ist wieder zu Späßen aufgelegt. Knott zu seinem Lebensretter: „Kommst dir die Watschen abholen, weil du mir zwei Rippen gebrochen hast?“