Kollnbrunn

Erstellt am 09. Februar 2018, 04:04

von Edith Mauritsch

Ärger: Verdruss mit dem Bus. Öffi-Benutzer klagt nach Umstellung auf neues Tarifsystem über saftige Preiserhöhung. Verkehrsverbund: „Leider sind einige wenige negativ betroffen.“

Herr N. muss künftig 131 Euro mehr für die Benutzung des Busses zahlen, mit dem er regelmäßig zur Arbeit pendelt.  |  Mattes

Schon seit Jahren fährt Herr N. mit dem Bus von seinem Heimatort zur Arbeitsstätte. Nun wurde ihm die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel gründlich verleidet: eine saftige Erhöhung der Kosten und die beharrliche Weigerung des VOR (Verkehrsverbund Ost-Region), den auf deren Homepage noch immer angebotenen Zuschuss zu zahlen.

Was ist passiert? Im Juli 2016 trat beim Verkehrsbund Ost-Region ein neues Tarifsystem in Kraft. Dadurch entstandene „individuelle“ Mehrbelastungen der Fahrgäste verspricht der VOR gegen Antrag abzugelten – als freiwillige Leistung ohne Rechtsanspruch, wie nicht vergessen wird zu betonen. Dazu kommt noch eine sogenannte „Wertgrenze“ zum Tragen.

"Kriterien sind nicht erfüllt"

Das entspricht Mehrkosten von 120 Euro für ein und dieselbe Leistung von einem auf das andere Jahr, die man als Kunde hinzunehmen hat. Im Falle des Kollnbrunner VOR-Kunden machte das beim einem Jahreskartenpreis die satte Verteuerung von rund 18,64 Prozent aus – de facto hat er sogar um 131 Euro pro Jahr mehr zu bezahlen.

Der Kollnbrunner machte sich die Mühe, reichte den Antrag ein und schickte auch die Kontoauszüge mit den Abbuchern mit. Aber leider! „Mir wurde lapidar mitgeteilt, dass die erforderlichen Kriterien nicht erfüllt sind“, ist N. erbost. Es folgten Telefonate mit der Hotline und ein reger E-Mail-Verkehr (liegt der Redaktion vor), immer mit demselben Ergebnis – der VOR will nicht zahlen.

Für N. sind das „fadenscheinige Ausreden“: „Zuerst wurden vom VOR falsche Zahlen zugrunde gelegt. Nachdem ich nochmals darauf hingewiesen habe, kam die lapidare Antwort, es bestehe trotzdem kein Anspruch mit dem Hinweis, ein Kostenzuschuss gelte nicht für den Ausgleich von Tarifänderungen, die allerdings für mich keineswegs nachvollziehbar sind.“

„Kunde fuhr ganzes Jahr um den alten Preis“

Auf Rückfrage der NÖN legt Pressesprecher Georg Huemer vom VOR die Sichtweise des Unternehmens wie folgt dar: „Herr N. ist leider haarscharf am Grenzwert vorbeigegangen. Die Tariferhöhung 2016 wurde mit März 2016 gültig, die Abbuchung der Jahreskarte erfolgte mit Februar 2016. Der Kunde hatte also noch das ganze Jahr die Karte mit dem alten Preis.“ Und weiter. „Das neue Tarifsystem ist unserer Meinung nach fairer und wird von den Kunden gut angenommen. Leider sind einige wenige negativ betroffen.“