Marchegg

Erstellt am 26. November 2016, 05:52

von Erwin Nußbaum

Tauziehen um Marchquerung geht weiter. Die einst von einem Bürger eingebrachte Idee einer Schwebefähre über den Grenzfluss scheint vom Tisch. Jetzt wollen Brücken-Gegner die Bürger befragen.

Das Land NÖ und die Verantwortlichen aus der Slowakei lehnen die Schwebefähren-Idee ab und bevorzugen eine Radfahr-Brücke über die March. Deren möglicher Standort ist weiterhin ungewiss –  |  NOEN, Erwin Nußbaum

Der Wunsch der Bürger der Storchenstadt nach einer alternativen Lösung für das Radfahr-Brücken-Projekt stößt anscheinend auf taube Ohren: Gerüchten zufolge lehnt man sowohl bei den Verantwortlichen des Landes NÖ als auch auf slowakischer Seite die Idee einer Schwebefähre als Ersatz für eine dauerhafte Radfahr-Querung über die March rigoros ab.

Zur Erinnerung: Als Ersatz für das geplatzte Pkw-Brücken-Projekt in Angern 2014 wurde neben Dürnkrut auch Marchegg als Standort für Radfahr-Querungen ausgewählt. Diese sollen zum größten Teil mit den frei gewordenen EU-Geldern des Angerner Projekts finanziert werden – den Rest übernehme das Land NÖ. Bei einem im März dieses Jahres abgehaltenen Bürgerforum im Schloss-Speicher der Storchenstadt sprach sich aber eine Mehrheit der Anwesenden gegen eine dauerhafte Querung in Marchegg aus – mehr Sympathie fand hingegen ein Vorschlag aus dem Publikum, der die Konstruktion einer Schwebefähre anstatt der angedachten Brücke vorschlug (die NÖN berichtete).

VP-Stadtchef war von Anfang an für Brücke

VP-Bürgermeister Gernot Haupt, der sich selbst als vehementer Verteidiger des Brücken-Projekts profilierte, bestätigt im NÖN-Gespräch die Entwicklungen: „Sowohl das Land NÖ als auch die slowakischen Verantwortlichen lehnen die Schwebefähren-Lösung ab.“

Nun bleibt den Gegnern der Brücke nur noch eine Möglichkeit, den Bau zu verhindern: die Bürgerbefragung. Diese muss gemäß den Planungsunterlagen für die Rad-Querung positiv ausfallen, damit überhaupt mit dem Bau begonnen werden kann. Die Befragung müsse laut Haupt zwar spätestens bis zum März 2017 erfolgen, mit einer Abstimmung in der Vorweihnachtszeit sei aber nicht zu rechnen.

Ungeklärt bleibt weiterhin der genaue Standort der Radfahr-Brücke: Erste Entwürfe, die den Bau einige hundert Meter flussaufwärts vom Zollwache-Denkmal – liebevoll auch „Adler“ genannt – verorteten, wurden aus ästhetischen Gründen wieder verworfen.

Auch eine Konstruktion direkt beim Denkmal stößt vielen sauer auf: „Der ‚Adler‘ ist in Marchegg quasi heilig, die Brücke direkt dort zu bauen, lehne ich ab. Besser wäre es, die Konstruktion flussabwärts zum Fischerkreuz zu verlegen – da sind die Naturschutz-Auflagen auch nicht so hart“, so SP-Stadtrat Karl Heinz Klement im NÖN-Gespräch.

Stadtchef Haupt zur Standort-Findung: „Das ist alles noch in Schwebe.“ Der Bau werde wahrscheinlich entlang der March im Bereich zwischen Fischerkreuz und Zollwache-Denkmal stattfinden. Wo genau, müsse aber noch unter Berücksichtigung aller Interessensgruppen weiter diskutiert werden.