Gmünd

Erstellt am 12. August 2017, 04:39

von Johannes Bode

Vernissage eröffnet: " Böhm gehört nach New York“. Beeindruckender Raum aus Bildern in der Eisenberger Fabrik: Wolfgang Böhm zeigt großformatige Arbeiten aus den letzten 30 Jahren. Zu sehen bis September.

Wolfgang Böhm in seiner Ausstellung in der Eisenberger Fabrik.  |  Johannes Bode

Keine Schilder, keine Titel, keine Jahreszahlen, kein Ordnungssystem: Man könnte sagen, die Hängung der Bilder in der Ausstellung von Wolfgang Böhm entspricht dem Gedanken, der in den Bildern selbst steckt: Es gibt keinen Anfang, kein Ende, keine Ordnung. Alle Kategorien – Raum und Zeit etwa – sind vom Menschen erfundene Konstruktionen, eine unzulängliche Hilfe zur Orientierung.

Die Ausstellung von Wolfgang Böhm in der Eisenberger Fabrik unter dem Titel „Induktionsschleifen“ wurde am 5. August eröffnet. Elisabeth Voggeneder stellte Böhm – der in Wien geboren wurde und in seinem Atelier im Joachimstal bzw. in Gmünd arbeitet – bei ihrer Laudatio in die Reihe US-amerikanischer abstrakter Expressionisten - wie etwa Jackson Pollock: „Böhm gehört nach New York“. Man könnte ergänzen, Böhm ist ein reflektierender, seine Intuition hinterfragender, abstrakter Expressionist, der sich und seine Wahrnehmung immer wieder in Frage stellt. Wenn Voggeneder von einem „linearen Tanz“ spricht, meint sie mit linear nicht „geradlinig“, sondern „einer Linie nach“. Und eben nicht von A nach B, sondern eher zyklisch, ohne Anfang, ohne Ende.

Im Zentrum eine Arbeit aus Plexiglas

Zu sehen sind Böhms großformatige Bilder aus den 80ern bis heute, die frei im obersten Stock der Fabrik von der Decke hängen, aber auch kleine Formate, darunter auch Arbeiten mit Wasserfarben oder Kohle auf Papier. Im Zentrum hängt die Arbeit auf Plexiglas, die 1999 im Schiele-Museum in Krumau zu sehen war: Durch die transparenten Tafeln entsteht aus den zweidimensionalen Linien ein dreidimensionaler Raum, der in der Eisenberger Fabrik dicht gedrängt, aber dennoch begehbar und so aus unterschiedlichsten Perspektiven wahrnehmbar ist.

Bei der Eröffnung las Richard Pils Texte zur Kunst von Wieland Schmied.

Die Ausstellung ist noch bis 10. September zu sehen – jeweils samstags, sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr.