Gmünd

Erstellt am 11. Januar 2018, 04:40

von Markus Lohninger

Wohnbau kommt in doppelter Ausführung. Plan für Gemeinde-Wohnbau soll doppelt umgesetzt werden. VP/AfG/FP erwarten Synergie-Effekte, SPÖ bezweifelt Nutzen.

Die SPÖ bleibt bei der Ablehnung des Gemeinde-Wohnhauses in der Weitraer Straße – auch aus optischen Gründen.  |  M. Lohninger

Im Vorjahr war der geplante Gemeinde-Wohnbau in der Weitraer Straße – genau vor der Grenze zu Ehrendorf – eines der politisch am stärksten diskutierten Themen der Bezirkshauptstadt. Zum Beginn des neuen Jahres geht die Stadtführung gleich noch einen Schritt weiter: Aus den geplanten acht Einheiten in einem Wohnhaus sollen 16 Einheiten in zwei Wohnhäusern werden!

Beatrix Vischer-Simon (SPÖ)  |  NOEN

„Wir hatten so viele Vormerkungen, dass die Verdoppelung einfach Sinn macht“, sagt dazu Vizebürgermeister Hubert Hauer (AfG). Ihn reizt als Finanz-Stadtrat neben der hohen Nachfrage nach günstigem Wohnraum in Gmünd vor allem der finanzielle Aspekt der Aufstockung: Da beim zweiten Gebäude exakt nach den Plänen für das ursprüngliche Haus gearbeitet werden könne, werde man sich die Architektenleistung für die zweite Stiege ersparen. Genauso werde auch das Geld für das Grundstück nun besser eingesetzt: Mit dem zweiten Gebäude kann die Grundstücksfläche komplett ausgenutzt werden, die anteiligen Kosten pro Einheit werden dadurch reduziert.

„Kostenersparnis für alle Wohneinheiten“

Den Einsparungen durch die Verdoppelung steht ein mit 100.000 Euro gefüllter Fördertopf für das Projekt entgegen, der dadurch nicht größer wird, wie ÖVP-Klubchef und Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis einräumt. Aber, so Preis: Der Effekt werde durch die Einsparungen übertroffen, „durch die erzielbaren Synergie-Effekte ist für alle Wohneinheiten mit einer Kostenersparnis zu rechnen.“

Finanz-Stadtrat Hubert Hauer  |  NOEN

Für die SPÖ beteuert Klubchefin Beatrix Vischer-Simon, dass der Standpunkt der Sozialdemokraten auch angesichts der neuen Dimension des Projektes unverändert bleibe. Sie sieht die Sinnhaftigkeit des Wohnbaus nicht: „Es gibt in Gmünd viele Leerstände in allen Wohnungs-Größen. Da wird wieder Geld in die Hand genommen, das noch unsere Enkel und Urenkel zurückzahlen müssen.“

Vischer-Simon traut auch den Aussagen über die vielen Anmeldungen für die Gebäude nicht so recht, zumal ihr Unterlagen dazu bis dato nicht vorgelegt worden seien. Und, so die SP-Stadträtin: Sie halte generell die Örtlichkeit des Doppel-Baus nahe der Einfahrt in die aufgelassene Bobbin-Fabrik für „optisch nicht ideal“.