Hoheneich , St. Pölten

Erstellt am 13. Oktober 2017, 04:50

von Markus Lohninger

Robert Bauer: Millionenprojekt in St. Pölten. ARGE mit Stundner ist Generalunternehmerin: 1,5-Mio.- Euro-Auftrag als „Sprung in eine neue Liga“ für Robert Bauer.

So soll der Alpenbahnhof in St. Pölten aussehen, an dem seit einigen Wochen bereits gearbeitet wird. Generalunternehmer ist eine ARGE aus Stahl-Bauer und Stahl-/Metallbau Stundner.  |  NÖVOG/Architekt Mossburger/OLN

Beim Gmünder Betriebszentrum der Waldviertelbahn war die „stahl-bauer Projekt- und Stahlbau GmbH“ um Robert Bauer aus Hoheneich als Arbeitsgemeinschaft mit der „Stundner Stahl- und Metallbau GmbH“ aus Oberstrahlbach an der Realisierung eines Projektes der Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG beteiligt. Jetzt wickelt er ein echtes Prestigeprojekt der NÖVOG ab: den Neubau des Alpenbahnhofs St. Pölten an der Mariazellerbahn, der mit einem Auftragsvolumen von etwa 1,3 Millionen Euro seinen bisher größten Auftrag darstellt.

Insgesamt fast 15 Millionen Euro nimmt die NÖVOG für das Projekt in die Hand. Die von den ÖBB übernommenen Betriebsgebäude, Werkstätten und das Personalgebäude wurden bereits abgerissen. Stattdessen entstehen ein zentrales Verwaltungsgebäude, eine Fachwerkstätte für Nostalgie- und Infrastruktur-Fahrzeuge, eine Lackierhalle, Remise, Wasch- und Tankplatz. Bis zum Winter soll, so NÖVOG-Geschäftsführer Gerhard Stindl, der Rohbau stehen.

Für Robert Bauer bedeutet der Auftrag für die nächsten 15 Monate viele Autokilometer und viel Zeit in der Landeshauptstadt. Er trägt als Teil-Generalunternehmer die Hauptverantwortung inklusive dem technischen und kaufmännischen Risiko, die Firma Stundner als Traditionsbetrieb mit mehr als 250-jähriger Vergangenheit ist für die Bereiche Fertigung und Montage zuständig.

Welt nicht neu erfinden, Vorhandenes bündeln!

Der Leistungsumfang betrifft unter anderem konstruktiven Stahl- und Kranbau mit 110 Tonnen verarbeitetem Stahl, Fassaden- und Spenglerarbeiten, Metall- und Portalbauarbeiten, Geländer- und Glasbauarbeiten oder Gleisbau-Unterkonstruktionen, wobei auf den Hoheneicher auch Planungsaufwand, Delegation und organisatorische Abwicklung zukommen.

Klar ist die Strategie Bauers, der in seiner Firma mit Gattin Petra und seinen Kindern – dem angehenden HTL-Maturanten Alexander und der Chemie-Studentin Julia – bloß drei Mitarbeiter (geringfügig) beschäftigt: Er will Komponenten einsetzen, Vorhandenes kombinieren und zusammenführen. „Leistungen, die wir nicht selbst abdecken, werden von Sub-Unternehmern aus der Region zugekauft. So kann auch die Wertschöpfung in der Region gehalten werden“, sagt er.

Dadurch könne er die Vorteile großer und effizienter Einheiten nutzen, ohne sie selbst betreiben zu müssen, ergänzt Bauer, „das Unternehmen kann groß werden, dabei klein und überschaubar bleiben“. Inhaltlich bedeute der Alpenbahnhof aber den „Sprung in eine neue Liga“, hatten sich unter sieben Mitbewerbern in einem EU-weit ausgeschriebenen Verfahren doch auch Großbetriebe beworben und gegenüber der ARGE Bauer/ Stundner als Bestbieterin doch den Kürzeren gezogen.