Seitenstetten

Erstellt am 17. April 2018, 04:30

von Leopold Kogler

Schwerpunkt Kremser Schmidt: Stift bietet Einblicke. Das Stift Seitenstetten bietet zum Gedenken des 300. Geburtstages des Barockmalers „Kremser Schmidt“ Schwerpunktführungen mit vielen Höhepunkten an.

Pater Martin vor einem „Kremser Schmidt“ im sogenanntenMaturasaal.  |  privat

Der 300. Geburtstag von Martin Johann Schmidt, bekannt unter „Kremser Schmidt“, ist Anlass für die Frage nach dem Seitenstettner Beitrag zur österreichischen Kunstgeschichte. Vorweg:

Der überregional bekannte Maler ist mit rund hundert Werken im Stift Seitenstetten vertreten. Damit ist das Stift jener Ort, der die meisten Werke des Barockmeisters besitzt. Bei den inspirierend vorbereiteten Führungen gibt es auch die beiden Räume, die ausschließlich mit „Kremser Schmidt-Bildern“ bestückt sind, zu sehen.

„In den Bildern sind immer wieder Gegenstände der Region integriert“

Es handelt sich hier um den Maturasaal, der mit großflächigen Arbeiten bestückt ist – darunter die den Raum dominierende „Kreuzigung“ und das Sommerrefektorium. „Im Rahmen der Führungen sind aber auch Räume zu besichtigen, die sonst nicht für Besucher zugänglich sind“, sagt Abt Petrus Pilsinger.

Der am 25. September 1718 in Grafenwörth geborene Kremser Schmidt bekam im Jahr 1754 seinen ersten Großauftrag in Seitenstetten. Das Hauptwerk des Malers im Benediktinerstift ist das Sommerrefektorium, der Speisesaal der Patres.

Viele seiner Werke wirken dunkel und sind erst auf den zweiten Blick erfassbar und lesbar. „Der Kremser Schmidt malte dunkel damit seine dargestellten Figuren von innen heraus leuchten“, sagt Pater Martin, zugleich Kustos und Künstler. Angesprochen auf das Werk erläutert Pater Martin auch die Bezüge des Barockmeisters zum Mostviertel. „In den Bildern sind immer wieder Gegenstände der Region integriert, wie etwa Stühle aus dem Stift, Blumen, Speisen, Schmetterlinge, Krüge und andere Utensilien“.

Die Bilder im Stift begleiten ihn seit seiner Schulzeit. Pater Martin maturierte am Stiftsgymnasium und sein Zeichenlehrer machte ihn schon damals auf interessante Details aufmerksam. Immer wieder entdeckt er Neues in der so intensiven Bilderwelt. Kremser Schmidt schuf auch in der Umgebung, wie in St. Peter, große Altar- und Andachtsbilder.

Man möchte in diesem Jubeljahr auch Einblicke in das Leben im Kloster vermitteln. Auch die Kulinarik darf dabei nicht zu kurz kommen. Das Restaurant im Stiftsmeierhof wird ein eigens Menü unter dem Motto „Meister des Hell-Dunkels“ servieren. „Hier sollen sich die Farbkontraste in den Speisen spiegeln – etwa Blunzenradl mit Schnittlauch oder weißes und dunkles Schokomousse,“ verrät Gastronom Manfred Patzalt. Das Wein-Erlebnis Kirchmayr präsentiert einen „300 Jahre Kremser Schmidt“ Grünen Veltliner. Als Ergänzung zum Kunstgenuss und den Gaumenfreuden gibt es im Hofgarten einen Kräutergarten mit mehr als 260 Kräutern zu bestaunen.