Herzogenburg

Erstellt am 15. November 2017, 05:14

von Alex Erber

eMail-Affäre rund um Feiwickl sorgt für Groteske. „Blüh“-Gemeinderat lud in Funktion als ÖKB-Schriftführer zur Totenehrung ein. ÖKB-Mitglied und „Blüh“-Vertreter Wolfgang Eisner wünscht aber keinen Kontakt zu ihm.

Hermann Feiwickl: Seine E-Mails sind nicht überall erwünscht.  |  Kopitz

Es sind nur ganz wenige schriftliche Zeilen, die die Gemüter erregen. Per E-Mail luden Obmann Wolfgang Schatzl und Schriftführer Hermann Feiwickl vom ÖKB-Stadtverband Herzogenburg die Mitglieder zur Totenehrung ein.

NOEN

Ein Mitglied, Wolfgang Eisner, antwortete erst Feiwickl und in einer zweiten E-Mail allen ÖKB-Mitgliedern knapp: „Herr Feiwickl, aufgrund Ihres Wortbruchs gegenüber ,Blüh’ Herzogenburg wünsche ich, Wolfgang Eisner, keinerlei Kontakt mit Ihrer Person - weder in schriftlicher noch in persönlicher Form.“

Wortbruch hat Liste „Blüh“ beschädigt

Hintergrund: Die Bürgerliste „Blüh“ kandidierte bei der Gemeinderatswahl 2015 erstmals und errang ein Mandat. In den Gemeinderat zog aber nicht der Spitzenkandidat, der Fotograf Wingelmayr, ein, sondern Hermann Feiwickl, der sich zuvor von der SP verabschiedet hatte, nachdem er keinen Listenplatz erhalten hatte, der ihm den Einzug in den Gemeinderat garantiert hätte. Wolfgang Eisner kandidierte für „Blüh“ an letzter Stelle der Kandidatenliste.

Der „Wortbruch“, den Eisner Feiwickl vorwirft, ist evident. Wie ausführlich berichtet, war unter den „Blüh“-Kandidaten, darunter Markus Reßl und Erwin Stingl, ausgemacht, dass es eine Halbzeitlösung geben werde. Zweieinhalb Jahre sollte Feiwickl im Gemeinderat vertreten sein, um dann von einem anderen „Blüh“-Kandidaten abgelöst zu werden.

Feiwickl verweigerte den Rückzug jedoch mit der Begründung, dass er gute Arbeit geleistet habe und keiner die politische Szenerie in Herzogenburg so gut kenne wie er.

Vorwurf des Datenmissbrauchs

Feiwickl reagierte auf Eisners Schreiben ebenfalls mit einer E-Mail an die ÖKB-Mitglieder. Er wirft Eisner darin „Datenmissbrauch“ vor, weil er den ÖKB durch die Information an die Mitglieder in eine politische Angelegenheit hineingezogen habe. Der Gemeinderat lässt tief in die „Blüh“-Seele blicken: „Eisner machte auch den Vorschlag, Thomas Wingelmayr als ,Covergirl‘ einzusetzen, um mich, Stingl und Reßl aus dem Schussfeld zu nehmen, es kann gut oder auch schlecht (Täuschung) gewesen sein, ich kann es auch jetzt noch nicht beurteilen, er selbst sagte, er stehe nur als Berater (am echten letzten Listenplatz) zur Verfügung.“

Feiwickls Conclusio: „Leute mit so einem Verhalten sind meiner Meinung, siehe Beispiel ÖKB, keinesfalls für einen Gemeinderat und auch nicht für ,Blüh’ (positiv) geeignet, aber ich und einige andere sind erst heuer darauf gekommen.“

Und was sagt ÖKB-Stadtverbands-Obmann Wolfgang Schatzl dazu, als FP-Stadtrat auch politisch aktiv: „Es ist schade, dass der ÖKB in diese Angelegenheit der Liste ,Blüh‘ hineingezogen wurde. Parteipolitik hat im Kameradschaftsbund absolut nichts verloren!“