Herzogenburg

Erstellt am 13. Januar 2018, 17:56

von Alex Erber

Thomas Rupp: „Wir sind ja keine Deppenpartei“. Missverständliche FP-Formulierung brachte ein Schimpfwort ein, das SP-Stadtrat Richard Waringer gefallen hat. Das treibt Gemeinderat Thomas Rupp Zornesröte ins Gesicht.

FP-Gemeinderat Thomas Rupp: „Waringer soll überlegen, was er postet oder teilt.“  |  NOEN

Der Konflikt zwischen SP und FP mutiert zur Posse. Jetzt ist Kulturstadtrat Richard Waringer ins Visier der Freiheitlichen geraten.

Ausgangspunkt ist das Vorhaben der neuen türkis-blauen Bundesregierung, an gewissen Tagen, etwa wenn ein Unternehmen eine Auftragsspitze hat, einen Zwölf-Stunden-Arbeitstag gesetzlich zu ermöglichen. Der Aufschrei der Opposition war groß, denn sie suggerierte, dass plötzlich jeder Arbeitnehmer jeden Tag zwölf Stunden arbeiten muss. Die „Freiheitlichen Arbeitnehmer“ versuchten, die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Sie lieferten dabei eine Glanzleistung: „Niemand muss mehr arbeiten“, formulierte man. Das ist so und so zu verstehen; im Sinne von „Niemand muss Mehrarbeit verrichten“ oder im Sinne von „Niemand muss jemals mehr arbeiten“.

„Einfach blau machen? Ich glaube nicht, dass dieses Wahlversprechen hält.“

Das Gaudium bei der linken Reichshälfte war groß, Schriftsteller Robert Misik, mit Ex-Kanzler Christian Kern befreundet, verkündete auf Facebook: „Deppenpartei versucht Krisenkommunikation. Das kommt dann dabei raus! Yeah“ und erhielt dafür ein „Like“ von SP-Stadtrat Richard Waringer, der seinem Amüsement Ausdruck verlieh: „Einfach blau machen? Ich glaube nicht, dass dieses Wahlversprechen hält.“

Das „Like“ wiederum treibt FP-Gemeinderat Thomas Rupp die Zornesröte ins Gesicht. Keineswegs sei man eine Deppenpartei. „Kann oder darf man dieser Partei noch Gehör schenken? Dass man den politischen Mitbewerber als ,Deppenpartei‘ bezeichnet und noch etliche Falschmeldungen erstellt, grenzt an Verhöhnung des politischen Gegners! Stadtrat Waringer und sämtliche andere Funktionäre seiner Partei sollten sich einmal überlegen was sie posten oder auf den sozialen Medien teilen, denn von einem Fraktionsvorsitzenden erwartet man sich eine andere Art der Kommunikation als diese Trotzrhetorik.“