Erstellt am 17. April 2018, 05:22

von Alex Erber

Wahnsinnsfahrt mit vier Verletzten: Haft für Alkolenker. Alkolenker hatte 1,98 Promille intus. Er löste einen Frontalzusammenstoß aus, der vier Verletzte forderte. Vor Gericht wurde ihm die Rechnung präsentiert: drei Monate Haft.

Von den beteiligten Fahrzeugen blieben nur noch Trümmerhaufen übrig. Der Mann, der die Kollision ausgelöst hat, kassierte eine unbedingte Haftstrafe im Ausmaß von drei Monaten.  |  NOEN, Freiwillige Feuerwehr Traismauer-Stadt

Jener Alko-Lenker, der Anfang des Jahres im Traismaurer Stadtteil St. Georgen einen schweren Verkehrsunfall verursacht hatte, musste sich in der Vorwoche in einem Prozess am Landesgericht St. Pölten verantworten. Der Mann wurde wegen des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt, drei Monate muss er hinter Gittern absitzen.

Der Pensionist aus Stein (62) hat an das Geschehen so gut wie keine Erinnerung. Vier Jahre lang sei er abstinent gewesen, habe keinen Tropfen Alkohol getrunken. Vor der Richterin gibt er an, dass er ein Kapitänspatent für Großschiffe habe: „Da muss ich alle zwei Monate nachweisen, dass kein Alkoholkonsum vorliegt.“

Zum Verhängnis wurde ihm ein Einkauf in Traismauer. Da hat er einen Bekannten getroffen: „Wir haben drei kleine Jägermeister getrunken, sicher nicht mehr.“ Diese Angabe will man nicht so recht glauben, schließlich ergab der Alkomattest später 1,98 Promille.

„Wir haben drei kleine Jägermeister getrunken, sicher nicht mehr“

Danach setzte er sich ans Steuer und fuhr zur Bäckerei/Konditorei nach Gemeinlebarn, um dort Süßigkeiten zu kaufen. „Dort war mir nicht gut, ich habe mir gedacht, es wird Zeit, dass ich heimkomme“, setzte ihm der Alkohol bereits zu.

„Dann fehlt mir der Plan, die Erinnerung setzt erst am Tag danach in der Wohnung ein, als mir ein Polizist erklärt hat, was passiert ist.“

Und genau das ist passiert: Am Rückweg ist der Angeklagte schon im Ortsgebiet von Traismauer vom Lenker eines VW-Busses überholt worden. Bei der Ausfahrt von Traismauer, im Stadtteil St. Georgen, wollte der Pensionist offenbar seinerseits den VW-Bus überholen. Bei diesem Manöver geriet er auf die linke Fahrbahnseite, sein Auto rammte einen entgegenkommenden Wagen, der von einem 44-Jährigen aus Gneixendorf gelenkt wurde. Dieser Wagen wiederum prallte mit voller Wucht gegen ein Auto, das hinter dem Pensionisten fuhr. Am Steuer saß ein 45-Jähriger aus Dürnrohr (Bezirk Tulln).

Beide Beifahrer erlitten schwere Verletzungen

Der Alkolenker blieb unverletzt und verübte Fahrerflucht: „Von alledem weiß ich nichts, ich kann mich bei den Opfern nur entschuldigen“, bereut der 62-Jährige vor Gericht.

Der Dürnrohrer erlitt eine Schädel- und Schulterprellung, der Gneixendorfer eine Nackenzerrung. Ganz schlimm erwischt hat es die Beifahrer: Die Gattin des Dürnrohrers (46) zog sich einen Brustbeinbruch und eine Herzprellung zu, der Beifahrer des Gneixendorfers befindet sich noch immer in Behandlung am Rehabilitationszentrum Weißer Hof in Klosterneuburg.

Teures Nachspiel ist vorprogrammiert

Der Mann aus Stein kassiert letztendlich eine Haftstrafe im Ausmaß von einem Jahr, tatsächlich absitzen muss er drei Monate. Damit ist es nicht abgetan: Die Privatbeteiligten wurden hinsichtlich Schmerzensgeld und Schadenersatz auf den Zivilrechtsweg verwiesen, für den Alkolenker scheint ein teures Nachspiel programmiert.