Haugsdorf

Erstellt am 01. August 2017, 11:43

von Franz Enzmann

90 Jahre Fußball in Haugsdorf wurden gefeiert. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten standen die Sportlegenden aus früheren Zeiten.

Beim AFC Haugsdorf war am vergangenen Wochenende Feiern angesagt: Der Traditionsverein aus dem Bezirk Hollabrunn beging seinen 90. Geburtstag. Noch älter ist der Haugsdorfer Franz Jaschky, das älteste noch lebende Gründungsmitglied und ein wahres Fußball-Urgestein.

Der 91-jährige Jaschky ist in seinem Heimatort geboren und aufgewachsen. Nach seinen Lehrjahren zum Kaufmann und den Kriegswirren kehrte er zurück und lebt seitdem mit seiner Frau in einem Einfamilienhaus in der Weinbaugemeinde. Und er spielte bis zu seinem 72. Lebensjahr bei den Senioren mit: Sein letztes Spiel machte er beim 70-jährigen Bestandsjubiläum des AFC Haugsdorf. Nicht nur beim AFC engagierte sich der leidenschaftliche Fußballer, sondern auch im Gemeinderat.

„Das 27:0 gegen Immendorf bleibt mir immer in Erinnerung.“Sportlegende Franz Jaschky (91) vom AFC Haugsdorf.

Der überzeugte Sozialdemokrat hatte stets ein offenes Ohr für die Anliegen seiner Mitbürger. Was er jetzt nach seiner aktiven Zeit am liebsten macht? „Ich esse gerne einen Zwiebelrostbraten und trinke dazu den vorzüglichen Rotwein aus Haugsdorf“, lächelt der rüstige Pensionist, der in seiner Aktivzeit bei den ÖBB arbeitete. Bei der 90-Jahr-Feier traf er ebenfalls seinen langjährigen Mitspieler Franz Berghuber, der als Stopper hervorragende Arbeit am Spielfeld leistete.

Auch der fußballbegeisterte Pernersdorfer Bürgermeister Eduard Kosch erinnert sich an den Spieler und Funktionär Jaschky: „Er war eine Ausnahmeerscheinung, der sofort nach seiner Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Jahr 1946 mit Josef Sturm und anderen Sportbegeisterten den Verein wiederbelebte.“

Kosch erinnert sich, mit Jaschky im AFC-Sturm gespielt zu haben. Die alten Freunde sinnierten beim Zusammentreffen über das legendäre 27:0 gegen Immendorf. „Du hast damals in den 1960er-Jahren bei diesem Match sieben Tore geschossen“, spricht Kosch über die Glanzleistungen seines Sportfreundes.

„Er war eine Ausnahmeerscheinung, der mit Josef Sturm und anderen Sportbegeisterten den Verein wiederbelebte.“Eduard Kosch über Jaschky und Co.

Der Festakt selbst begann im Zelt am Fußballplatz des Traditionsvereines mit einer Feldmesse. Sportvereinsobmann Alfred Diem konnte zur 90-Jahr-Feier eine Reihe an Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und Sportvereinen willkommen heißen.

Der Haugsdorfer Bürgermeister Andreas Sedlmayer hob auch die Leistungen von Persönlichkeiten wie Jaschky, Paul Duben, Peter Ober und derzeit Alfred Diem hervor. Als sichtbare Anerkennung überreichte das Gemeindeoberhaupt eine große Geburtstagstorte an die Sportvereinsmitarbeiter.

Vereinspräsident Johann Neubauer ging kurz auf die bewegte Geschichte des ersten Fußballklubs im Pulkautal ein. Bezirkshauptmann Andreas Strobl erläuterte: „1927 war nicht nur für den Arbeiter-Turn- und Sportverein Haugsdorf ein wichtiges Jahr, sondern es wurde auch der Mitropa-Cup in Venedig aus der Taufe gehoben. Die Initiative zur Austragung eines Europapokals ging vom österreichischen Verbandskapitän Hugo Meisl aus.“

Der Leiter der Fußball-Hauptgruppe Nordwest, Christian Durchschlag, brachte einen Matchball und eine Urkunde mit. „Ich erhoffe mir durch die Zusammenlegung der 2. Klasse Schmidatal mit dem Pulkautal einen Impuls. In wenigen Tagen starten wir in die neue Saison.“

Des Weiteren dankte ASKÖ-Präsident Rupert Dworak für die Tausenden Arbeitsstunden der freiwilligen Sportfunktionäre in den letzten 90 Jahren ihres Vereinslebens.