Radlbrunn

Erstellt am 11. Januar 2018, 03:30

von Sylvia Stark

Haderer: Eine Liebeserklärung an den Manhartsberg. Fotograf und Autor Robert Haderer veröffentlichte ein Werk über den Manhartsberg – eine Liebeserklärung an die Region.

on Fotograf und Künstler Robert Haderer ist das neue Buch „Der Manhartsweg. Entlang der alten Salz- und Eisenstraße von Krems-Stein nach Znaim“.  |  Sylvia Stark

Als der Fotograf und Autor Robert Haderer im Jahr 1980 erstmals vom niederösterreichischen Alpenvorland ins Weinviertel kam, entzückte ihn der Landstrich, der die Grenze zwischen dem Wald- und Weinviertel bildet.

Die Faszination für den Manhartsberg und das westliche Weinviertel hält er in seinem Buch „Der Manhartsweg. Entlang der alten Salz- und Eisenstraße von Krems- Stein nach Znaim“ fotografisch und literarisch fest. Das Werk ist im Dezember 2017 im Verlag Berger in Horn erschienen.

Salzstraße war die Inspiration für das Werk

„Die Idee zum Buch kam mir erstmals, als einer meiner Bekannten, Alfred Ettl, von der alten Salzstraße erzählte und natürlich auch deswegen, weil ich dort ständig mit der Kamera auf Motivsuche war. Hinzu kommt, dass mir einmal ein schmales Bändchen – „Altwege um Eggenburg“ – von Helga Papp in die Hände gefallen ist, worin der Manhartsweg beschrieben wird. Papp war eine Heimatforscherin und lebte in Oberdürnbach bei Maissau“, erzählt der Autor.

Die 60,4 Kilometer lange Strecke, welche durch die Bezirke Krems, Horn und Hollabrunn führt, ist heute als B 35 oder Retzer Straße bekannt. Der Manhartsweg wurde in früheren Zeiten auch als Salz- und Eisenstraße ausgewiesen, da in Stein der Salzhandel florierte und in Krems der Eisenhandel stattfand.

Manche sagen zu der Strecke auch „Böhmer Straßl“, da in Mühlbach die Reisenden immer zum „Gasthof zum König von Böhmen“ einkehrten. Die Straße zwischen Großmeiseldorf und Sitzendorf heißt heute noch „Böhmerstraßl.“

Vom „Kremser Schmidt“ bis zu Gottfried von Einem

Robert Haderer versteht es, sowohl aus einem geologischen als auch einem kunsthistorischen Blickwinkel die Besonderheiten dieser Gegend zwischen dunklen Nadelwäldern und Rebstöcken aufzuspüren. Er erzählt vom berühmten Barockmaler „Kremser Schmidt“ aus Stein, von Beethoven in Gneixendorf, von der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner im Schloss Harmannsdorf, vom Geologen Johann Krahuletz in Eggenburg, vom Schriftsteller Nikolaus Lenau in Schrattenthal, vom Lyriker Alois Vogel aus Pulkau und natürlich vom Komponisten Gottfried von Einem in Oberdürnbach sowie vielen anderen Berühmtheiten.

Er besucht zum Beispiel auch den Grafiker und Designer Sepp Engelmaier in Maissau und stellt die Wasserburg Schloss Burgschleinitz, die heute im Besitz der Familie der Schauspielerin Andrea Eckert ist, vor.

Botanische Raritäten entlang der alten Handelsroute blieben der Kamera von Robert Haderer ebenfalls nicht verborgen. Die Fotoaufnahmen für sein Buch dauerten 18 Monate. Weitere eineinhalb Jahre nahmen die literarischen Aufzeichnungen in Anspruch.

Der Künstler Robert Haderer lebt in Radlbrunn und ist als Fachbetreuer für geistig behinderte Menschen tätig.

Erhältlich ist das Buch direkt beim Verlag Berger, online und im Buchhandel.