Retz

Erstellt am 13. Januar 2018, 06:11

von Karin Widhalm

Heim-Chef Hofstetter blieb Haus als Organist treu. Adolf Hofstetter arbeitet nicht mehr im „Landesaltenheim“, blieb dem Haus aber treu. Er feierte nun seinen 80. Geburtstag.

„Das Retzer Haus ist sehr dankbar füralles, was Adolf Hofstetter leistet und geleistet hat.“ Horst Winkler,Direktor der Pflege- und Betreuungseinrichtung, gratulierte seinem Vorgänger.  |  PBZ Retz

Zwei Anlässe gaben den Ausschlag für eine Feier am Samstag im Pflege- und Betreuungszentrum: Der Retzer Gesangverein gestaltete die Dreikönigsmesse unter der musikalischen Leitung von Herbert Lazarus für die Bewohner zum 40. Mal und Adolf Hofstetter feierte seinen 80. Geburtstag.

Er war Chef das „Landesaltenheimes“, so lautete damals der Name der Einrichtung. Die Wortgottesdienste im Haus klangen für ihn vor 40 Jahren „sang- und klanglos“, deshalb fädelte er als Mitglied des Gesangvereins die regelmäßigen Auftritte ein.

„Man merkt, dass das den Leuten Freude bereitet“, beobachtet Hofstetter noch immer mitsingende Bewohner.

Pfleger waren früher Ordensschwestern

Der Kleinriedenthaler leitete ab 1975 das Landesaltenheim – und hat seitdem sieben Namensänderungen der Institution erlebt. Hofstetter arbeitete in einem Gebäude, das heute nicht mehr existiert und als Waisenhaus errichtet worden war. Ein Altenheim ist es seit der Zwischenkriegszeit. Als er den Chefposten übernahm, oblag die Pflege noch Ordensschwestern. „Erst 1978 haben wir weltliche Pfleger aufgenommen.“

Der Bau des Zusatztraktes (heute „Betreutes Wohnen“) erfolgte von 1983 bis 1985. Der alte Trakt wurde modernisiert – auch, um mit Rollstühlen in Nassräume fahren zu können. Die Renovierung erleichterte zwar vieles, stellte aber nicht völlig zufrieden, so Hofstetter.

Der alte Trakt wurde nach seiner Zeit abgerissen. Das neue Haus steht seit 2009. Die stetige Modernisierung und das Sozialhilfegesetz 1994 haben dazu beigetragen, dass sich das schlechte Image des Heimes ins positive gekehrt habe. Hofstetter ist seit 1993 im Ruhestand. „Noch heute sind Mitarbeiter im Haus beschäftigt, die ihn als Chef hatten“, erzählt der jetzige Direktor Horst Winkler.

Bei seinem Rückzug hat Hofstetter versprochen, die Messen im Haus an der Orgel zu begleiten. „Dies hat er in den vergangenen 25 Jahren fast lückenlos eingehalten“, sagt Winkler. Sein Hobby als Organist wird der Jubilar beibehalten: „Sonst würde mir etwas fehlen.“