Göllersdorf

Erstellt am 07. Februar 2018, 04:56

von Sandra Frank

Abfallsammelzentrum: „Es geht nicht ohne Personal“. Asche in der Grasmulde lässt Diskussion über Zutrittssystem entfachen.

Eine große Menge an Asche und Holz wurden in der Grasmulde im Abfallsammelzentrum in Göllersdorf entsorgt. Die Trennung ist somit dahin, die Entsorgung wird nun teurer. Foto: ASZ  |  ASZ

Die Roten wünschen sich ein elektronisches Zugangssystem mit Zutrittskarte für das Abfallsammelzentrum. So könnten die Bürger flexibel ihre Abfälle entsorgen und wären nicht mehr auf die Öffnungszeiten angewiesen, die von den Sozialdemokraten ebenfalls kritisch betrachtet werden, wie die NÖN berichtete.

„Mit einem Kartensystem und einer Videoüberwachung wäre es ein Leichtes, den Übeltäter ausfindig zu machen.“Stefan Hinterberger, SPÖ

Der jüngste Fall im ASZ-Göllersdorf bestätigt die Sozialdemokraten in ihrer Meinung, dass dies eine sinnvolle Erleichterung wäre: Vergangene Woche wurden große Mengen Asche und Holzabfälle in der Grasmulde entsorgt, „als gerade kein Personal daneben stand“, postet das ASZ auf Facebook.

„Mit einem Kartensystem und einer Videoüberwachung wäre es ein Leichtes, den Übeltäter ausfindig zu machen“, ist Stefan Hinterberger, Chef der Göllersdorfer SPÖ, überzeugt.

Das sehen die Geschäftsführer des Abfallverbands ganz anders. Ein Vorfall wie dieser in Göllersdorf sei der Grund, warum der Abfallverband lieber auf Mitarbeiter als auf automatische Systeme setze.

„Fehlwürfe“ passieren durch Unwissenheit

„Die Fehlwürfe steigen dann dramatisch an, einfach aus Unwissenheit“, weiß Angelika Büchler, dass die insgesamt elf Mitarbeiter der 20 Abfallzentren im Bezirk gern zurate gezogen werden.

Geschäftsführer Alfred Wunderer ergänzt: „Die Leute fragen ständig, wo etwas hingehört – einfach, weil sie unsicher sind.“ Die Materie sei für den Laien auch nicht leicht durchschaubar, spricht Büchler etwa die Hartkunststoffe an. Dass dieser Bereich sauber und ordentlich bleibt, ist auch deswegen so wichtig, weil die Abnehmer eben nur bestimmte Stoffe wiederverwerten können.

„Gerade der Problemstoffbereich geht nicht ohne Personal“, führt Wunderer aus. Wenn niemand im Abfallsammelzentrum auf diese achte, würden die Menschen sie im besten Fall irgendwo hinstellen, meint Büchler. Es wäre dann erst recht wieder an den Mitarbeitern, hinterherzuräumen. „Wir versuchen, die Abfälle, die für Leute keinen Sinn mehr machen, wiederzuverwerten. Und darum brauchen wir Personal“, bringt es Wunderer auf den Punkt.

„Wie beim Fußball: Alle sind Spezialisten“

Dennoch seufzt er: „Das Problem ist: Bei der Abfalltrennung ist es wie beim Fußball. Alle sind Spezialisten, jeder kennt sich aus.“ Ein System mit Zutrittskarte und Videoüberwachung klinge vielleicht im ersten Moment gut, aber: „Es ist rechtlich nicht abgeklärt, ob ein Sammelzentrum überhaupt ohne Personal offen sein darf.“ Wenn etwas passiere, wenn sich beispielsweise jemand verletze, müsste die Gemeinde haften. Das wäre sehr teuer.

„Nur weil es in einer Gemeinde funktioniert, heißt das nicht, dass es in jeder Gemeinde funktioniert“, spielt Büchler darauf an, dass die Göllersdorfer SPÖ immer wieder das Sammelzentrum in Sierndorfer im Nachbarbezirk Korneuburg als beispielhafte Lösung anführt. Dort gibt es nämlich ein Zutrittssystem mit Karte. Der Abfallverband Hollabrunn habe alle 24 Gemeinde des Bezirks zu betreuen, betont die Geschäftsführerin. Eine Lösung müsse für alle funktionieren, gut durchdacht und zukunftsweisend sein.