Hollabrunn

Erstellt am 11. September 2017, 12:04

von Sandra Frank

Geburtstagsnacht, wie auf dem Traumschiff. Auf eine Kreuzfahrt mit dem Jubiläumsschiff „MS Elisabeth“ entführte  Elisabeth Schüttengruber-Holly ihre Partygäste.

Altlandeshauptmann Erwin Pröll (3.v.l.) überraschte das Geburtstagskind mit einem Kurzbesuch und einem Blumenstrauß. Rosemarie Bauer, Sissi Pröll, Marianne Lembacher und Karl Riepl (v.l.) feierten mit Elisabeth Schüttengruber-Holly (2.v.l.) fast die ganze Nacht.  |  Sandra Frank

Die Stadträtin feierte ihren 50er nämlich unter dem Motto „Welcome on board“ und funktionierte den Hollabrunner Stadtsaal zum Traumschiff um. Ein sensationelles Programm erwartete die Festgäste im Theatersaal. Nachdem das Geburtstagskind all seine Gäste bei Sonnenschein vor dem Südfoyer empfangen hatte, begannen die Darbietungen. Tänzerinnen des Union-Tanz-Teams eröffneten die Jubiläumsfahrt, wie Kreuzfahrtdirektor und Moderator Hans Gschwindl, die Feier bezeichnete. Hermine Mühlsiegl, Chefin der gleichnamige Tanzschule, hatte eine besondere Darbietung mitgebracht: Julia und Raul, beide 13 Jahre, bewegten sich eindrucksvoll zu lateinamerikanischen Rhythmen.

Sogar „Kaiser Karl“ stellte sich mit einem Geschenk, einer selbst gebastelten Briccola, bei der Jubilarin ein.  |  Georg Eigner

Dass die beiden erst seit Juli diesen Jahres ein Tanzpaar sind, war ihnen nicht anzusehen. Auf der Bühne waren die beiden 13-Jährigen ein eingespieltes Team. Was ihr Ziel sei, wollte Gschwindl von den jungen Tänzern wissen. „Österreichischer Meister und weiter zu den Weltmeisterschaften“, hat Raul ein klares Ziel vor Augen. Und weil das Tanzen bekanntlich Generationen verbindet, hatte der Moderator die Idee des Partnertauschs – zumindest auf der Tanzfläche: Raul sollte mit der Jubilarin das Tanzbein schwingen, Julias neuer Tanzpartner sollte Karl Riepl sein.

Während Schüttengruber-Holly und Raul eine gute Figur beim Walzer machten,  konnte Riepls tänzerische Einlage die Gäste nicht überzeugen: „Er hat getanzt, wie die Austria Fußball spielt“, befand ein Gast. Dennoch, Jurorin Mühlsiegl gab beiden Paaren zehn Punkte.

Geigerin beeindruckte Publikum

Als Helmut Hörmann als Elmar Ballanda die Bühne betrat, wusste das Publikum, es wird verzaubert.  Das Weinviertler Kleeblatt, die „Tuzar Buam“ samt Mama Bernadette, Gerhard Sulz und schließlich auch Geigerin Agnes Zeizinger beeindruckten mit musikalischen Auftritten.

„Es freut mich, dass Elisabeth so ein unglaublich soziales Herz hat“, sprach Sissi Pröll an, dass Schüttengruber-Holly auf Geschenke zu ihrem 50er verzichtete und stattdessen um Spenden für den Verein „Hilfe im eigenen Land“ bat. „Das ist ganz großartig von dir.“ Damit noch mehr Geld in die Vereinskasse kommt – mit dem „rasch, persönlich und unbürokratisch geholfen wird“, wie die Vereinspräsidentin versicherte -,  wurden zu einem späteren Zeitpunkt „super Sachen versteigert“, wie Gschwindl verlautbarte.

„Ich hab‘ gesehen, du kannst großartig Veranstaltungen organisieren und hast das Potenzial zu einem Dancing Star. Bei Karl seh‘ ich noch Luft nach oben“, scherzte Landesrätin Petra Bohuslav, die ihrer Stellvertreterin bei den ÖVP-Frauen ebenfalls zum Geburtstag gratulierte. „Dort halten wir gemeinsam den Kurs“, meinte die Landesleiterin. Luft nach oben sah auch Nationalratsabgeordnete Dorothea Schittenhelm. Allerdings beim Geburtstagskind selbst: „Sie würde sich gut im Landtag machen“, lobte die Abgeordnete das politische Engagement von Schüttengruber-Holly.

Zum Abschluss ein ganz besonderer Gast

Zum Abschluss des ersten Programmteils kam ein ganz besonderer Gast auf die Bühne: Opernsänger Oliver Ringelhahn. Unterstützt von Bernadette Eliskases-Tuzar am Klavier berührte er die Festgäste unter anderem mit „Liebe ist“.

Nach einer Stärkung, die Karl Rohringer und sein Team für die Geburtstagsgäste aufgekocht hatten, eröffneten Musikschuldirektor Martin Haslinger und Wolfgang Förster den zweiten Teil des Abendprogramms. Hans Gschwindl freute sich, neue Gäste, die offenbar nachgerudert waren, auf dem Jubiläumsschiff begrüßen zu dürfen: Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer und Landtagsabgeordneter Richard Hogl gesellten sich zur feiernden Schar. Erstere hatte dann auch einen großen Auftritt,  als Magier und Bauchredner Elmar Ballanda erneut die Stadtsaalbühne betrat. Gerührt war Schüttengruber-Holly von einem weiteren Auftritt - jenem ihrer Kinder Viki und Markus. Wie es sich für eine Fahrt mit dem Traumschiff gehört, gingen die Lichter im Saal aus, alle sangen „Happy Birthday“, während die Sprösslinge eine Geburtstagstorte in den Saal brachten.

Schüttengruber-Hollys „Lieblingscousine“ Maria berichtete von gemeinsamen Familienurlauben in der Vergangenheit, mit Studienkollegin Astrid kamen auch  Schandtaten zutage. So berichtete die Jubilarin, dass sie sich bei der Lehramtsprüfung in Musik Jahreszahlen - und nur Jahreszahlen, wie sie betonte, auf Vorschreibepapier notiert hatten, um diese dann bei der Prüfung abzuschreiben.

Höchstes Lob für das Geburtstagskind

NMS-Direktor Bernhard Aschinger beschrieb das Geburtstagskind als „wirklich sehr engagierte und positive Kollegin“. Stadtrat Kornelius Schneider kennt die Hollabrunnerin als „kreative, aber auch sensible und kulinarische Elisabeth“. Immerhin „hat sie sich einen Koch eingekocht“, und das schaffe nicht jeder, so Schneider. „Du bist eine starke Stimme für uns ÖVP-Frauen und stellst tolle Projekte auf“, bewundert Himmelbauer das Engagement, das Schüttengruber-Holly an den Tag legt. „Ich konnte sie zunächst nicht richtig einschätzen“, gab Hogl zu, aber: „Sie ist sehr engagiert, hat immer mit uns zusammengearbeitet, ist eine unheimlich menschliche Person und eine starke Stütze für die Stadtorganisation.“ Deshalb gab’s vom Landesparteivorstand auch eine druckfrische Urkunde – ausgestellt am 9. September, dem Tag der Geburtstagsfeier – und das Bronzene Ehrenzeichen. „Wir zwei sind im besten Jahrgang und im besten Monat geboren“, kam Hogl nicht umhin festzustellen.

Nach den vielen lobenden Worten kam ein weiterer Star in den Stadtsaal, um die Versteigerung einzuleiten: Herbert Prohaska erschien im Austria-Outfit, um Auktionator Hans Gschwindl ein Austria-Fanpackage zu übergeben. Manch einer vermutete unter der „Schneckerl“-Perücke übrigens Karl Riepl. Mit weißer Perücke und „denglischem“ Akzent – Ähnlichkeiten zu in Hollabrunn bekannten Personen seien rein zufällig, wie Riepl betonte – unterhielt er die Gäste, bis das erste Stück, die Lieblingskrawatte von Erwin Pröll, versteigert wurde. Ein Dirndl von Sissi Pröll, ein Gutschein im Wert von 500 Euro – gesponsert von Richard Hogl  - für ein Kunstwerk eines Immendorfer Künstlers wie auch ein Collier mit passenden Ohrringen – diese Schmuckstücke steuerte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei – besserten die Spendensumme für „Hilfe im eigenen Land“ enorm auf.

Hoffnung auf weiteren gemeinsamen Weg

Dass in Karl Riepl ein Verwandlungskünstler steckt, zeigte er nicht nur vor der Versteigerung, sondern auch danach. Als „Kaiser Karl“ betrat er den Stadtsaal, um seiner Elisabeth zu gratulieren. „Es freut mich, dass sie meine maritime Ader gemeinsam mit mir auslebt.“ Und er hoffe, dass sie auch die nächsten 50 Jahren ihren Weg miteinander gehen.

„Du bist die Stütze in meinem Leben und trägst mich auf Händen“, bedankte sich die Jubilarin bei ihrem Lebensgefährten. Bevor sie das Mehlspeisenbuffet eröffnete, dankte sie der „künstlerischen Leitung“ ihrer Feier, Elisabeth Summerer, und „Allroundgenie“ Hans Gschwindl.