Sitzendorf an der Schmida , Hollabrunn , Krems

Erstellt am 08. Februar 2018, 04:33

von Christoph Reiterer

Streit: Ex-Stiefmutter kassierte Schläge. Nach üppigem Alkoholkonsum und Beziehungskrise wurde 32-Jährige vor ihrer Wohnung attackiert. Fahrer sah nur zu.

Weil sie ihren On/Off-Partner abblitzen ließ, wurde der Mann gewalttätig. Nun wurde er wegen Körperverletzung verurteilt.  |  shutterstock.com Photographee.eu

Nach einer durchzechten Nacht zerrte ein 35-Jähriger aus dem Bezirk Krems seine damalige On/Off-Lebensgefährtin (32) vor deren Wohnung im Schmidatal aus dem Auto und versetzte ihr mehrere Schläge. Dafür musste sich der Mann nun am Bezirksgericht Hollabrunn verantworten. Er zeigte sich geständig.

30 Cola-Rum: „War eher schon total alkoholisiert“

Etwa 30 Cola-Rum und vier, fünf Bier habe er damals im August getrunken. „Ich war eher schon total alkoholisiert“, gab er vor Richter Erhard Neubauer zu. Den Großteil davon, was passierte, wisse er aber noch.

Jedenfalls sei man in ein Kremser Lokal gefahren, wo auch der Vater des Angeklagten war. Pikant: Dieser ist der Ex-Mann des Opfers. Die 32-Jährige war also Stiefmutter ihres späteren Partners. Nicht zuletzt aufgrund dieser ungewöhnlichen Familiengeschichte kam es frühmorgens zu einem Streit. Nüchtern war nur der Bruder des Angeklagten, der die Frau schließlich nach Hause brachte. Gegen deren Willen fuhr auch der 35-Jährige mit.

Doch die 32-Jährige – sie gab ihren eigenen Alkoholkonsum mit einigen Kaiserspritzern und mindestens zehn Cola-Rum an – wollte sich nicht versöhnen. Da half alles Zureden nichts.

„Würde es rückgängig machen, wenn ich könnte.“

Er sei zornig geworden und habe die Frau, die daheim nicht gemeinsam mit ihm aussteigen wollte, an den Haaren aus dem Auto gezogen, gestand der Angeklagte. „Ich dürfte ihr dann drei, vier Watschen gegeben haben. Es war ein Blackout. Ich würde es rückgängig machen, wenn ich könnte.“

Die Frau sprach von zehn bis fünfzehn Schlägen, die sie kassiert hatte. „Er hat kurz gemeint, er weiß nicht, was er da gerade gemacht hat.“

Sie erlitt Prellungen, Hämatome und Schürfwunden. Weil der Mann sie nicht ins Wohnhaus ließ, läutete sie schließlich bei mehreren anderen Parteien an. Da war es bereits nach 5 Uhr Früh. Als sich eine Bewohnerin bemerkbar machte, verschwand der 35-Jährige.

Der Bruder bestätigte im Zeugenstand, dass sich die Auseinandersetzung so abgespielt hatte. Er selbst sei nicht eingeschritten, weil ihm die Angelegenheit nichts angehe und er nicht selbst etwas abkriegen wollte.

Der Angeklagte akzeptierte schließlich, seinem Opfer 1.540 Euro Schmerzengeld zu zahlen, und wurde zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Er nahm das Urteil an. Kontakt mit der Frau gebe es seit dem Zwischenfall nicht mehr.