Hollabrunn

Erstellt am 13. September 2017, 03:47

von Sandra Frank

Hagendorfer: „War immer politisch interessiert“. Gerhard Hagendorfer glaubt, dass Roland Düringers Bewegung gute Chancen hat, ins Parlament einzuziehen.

Gerhard Hagendorfer, 39, fand Roland Düringers Idee „super und unterstützenswert“. Jetzt ist er im Wahlkreis auf Listenplatz drei.  |  Sandra Frank

Er ist die Nummer 13 auf der Landesliste und Nummer drei im Wahlkreis Weinviertel: Der Hollabrunner Gerhard Hagendorfer geht für Roland Düringers Demokratieprojekt „G!LT“ ins Rennen. „Ich war immer schon politisch interessiert, aber noch nie politisch engagiert“, sagt der 39-Jährige im NÖN-Gespräch. Warum? „Weil mich das Angebot vorher nie angesprochen hat.“ Jetzt sei das anders. „Ich habe die Idee super gefunden, dass alle, die unzufrieden sind, abgebildet werden sollen.“

„So eine Steuerverschwendung machen wir nicht“Hagendorfer zur Wahlplakat-Werbung

Also hat Hagendorfer die Idee weiterverfolgt und sie schließlich für unterstützenswert befunden. Dann hat er sich um einen Listenplatz beworben. Dazu musste der Hollabrunner einen Praxistest in Wien bestehen. Hier stellte er sich selbst vor und sprach zu einem Thema, das die Kandidaten im Vorfeld auswählen konnten. „Steuergerechtigkeit – eine Utopie“ war jenes, das den Autor am meisten ansprach. „Schon allein dieser Praxistest war eine super Erfahrung.“

Wer nun meint, Hagendorfers Konterfei würde in Hollabrunn demnächst von überlebensgroßen Wahlplakaten lachen, der irrt. „So eine Steuerverschwendung machen wir nicht.“ Er erwarte nicht, einen Platz im Nationalrat zu bekommen, aber: „Ich hoffe, dass G!LT Plätze im Nationalrat haben wird.“ Die Chancen der „Partie“ für durchwegs politisch Unbescholtene hält Hagendorfer für gut: „Die NEOS hatten damals um die 3.500 Unterstützungserklärungen und sind ins Parlament eingezogen. Wir haben weit mehr als 4.000.“

Dass es ein Nachteil sein könnte, dass nur G!LT auf Menschen mit politischer Erfahrung verzichtet, glaubt Hagendorfer nicht: „Sie sind ja nicht lebensunerfahren, sondern nur politisch.“

Hoffnung auf bessere Kommunikation

Wenn G!LT in den Nationalrat einzieht, soll ein sogenanntes Bürgerparlament etabliert werden. Hier entscheidet die Bevölkerung, welche Themen für Österreich wichtig sind. Und diese werden von den G!LT-Mandataren ins Parlament getragen. Am Bürgerparlament dürfen sich dann auch jene beteiligen, die G!LT nicht gewählt haben. „Wir wollen ja einen positiven Veränderungsanstoß für alle bringen.“

Was er speziell in der politischen Landschaft seiner Heimatstadt ändern würde? „Eine bessere Kommunikation bei Themen, die emotional belastet sind.“ Konkret meint Hagendorfer aktuell den Wasserpark, der in der Vorwoche ohne Vorwarnung gerodet wurde. „Es geht natürlich nicht, dass eine Esche auf ein Kind fällt“, kann er die Notwendigkeit der Arbeiten nachvollziehen. Dennoch hätten die Bürger im Vorfeld besser über die Schlägerungen informiert werden müssen.