Seefeld-Kadolz

Erstellt am 07. Dezember 2017, 05:45

von Karin Widhalm

Ein Schwimmbad für das Jufa?. Bürgermeister Georg Jungmayer stellte der Jufa-Geschäftsleitung seine Vision vor: ein kleines Schwimmbecken für Schüler und Gäste. Er wünscht sich zudem mehr Zimmer fürs Haus.

Jufa in Seefeld.  |  NOEN

Bürgermeister Georg Jungmayer schwebt eine Erweiterung des Jugend- und Familiengästehauses (Jufa) vor. „Wir haben ganzjährig geöffnet, eine super Auslastung, aber schon in der Saison 2015 und 2016 mussten wir 2.000 Anfragen abweisen“, erklärt er. Fast 3.000 seien es sogar von Oktober 2016 bis September 2017 gewesen.

„Die Investition wäre gar nicht so arg“

„Es ist schlecht, einen Urlaubsgast abweisen zu müssen, weil er vermutlich keine weitere Anfrage stellen wird“, führt Jungmayer aus. Seine Gemeinde ist mit einem Anteil von 49,5 Prozent an der GmbH beteiligt.

Georg Jungmayer  |  NOEN

13.000 Nächtigungen habe das Jufa in der vergangenen Saison verbucht. „Das war unser Ziel, weil der Betriebsaufwand abgedeckt wird, wenn auch nicht die Investition.“ 39 Zimmer sind im Haus. „Wir müssen unbedingt eine Erweiterung ins Auge fassen. Die Hausleitung wünscht sich mindestens 15 Doppelzimmer.“

Möglich wäre laut Jungmayer die Auslagerung des Wellnessbereichs und ein Zubau. Der Bürgermeister verfolgt noch ein anderes Ziel: „Mein Wunsch ist ein kleines Schwimmbecken.“ Der Gemeindechef verfolgt die Idee schon länger und will um die Realisierung kämpfen. „Die Investition wäre gar nicht so arg.“

Gäste, auch aus Tschechien, und Schüler der Region sollen den Pool nutzen können. „Jedes Kind sollte schwimmen lernen, das ist so wichtig wie die Turnstunde“, erklärt Jungmayer. Die Kinder müssen bis nach Stockeraus ins nächste Hallenbad fahren. „Dieser Tag fehlt im Lehrplan.“

Auch Partnergemeinde bekundet Interesse

Das Interesse sei groß und zeige sich allein an der jährlich abgehaltenen ASKÖ-Schwimmwoche: „Wir planen heuer jeweils eine Woche im Juli und August.“ Die Partnergemeinde Jaroslavice, in der 150 Kinder in Schule oder Kindergarten gehen, habe Interesse bekundet.

„Schon unsere Freizeiteinrichtung ist von unseren tschechischen Nachbarn gut besucht.“ Die Urlaubsgäste hätten im Winter ein Freizeitangebot. Das könnte die Auslastung in dieser Zeit steigern. Die Kaufkraft würde gestärkt werden. Zwei bis drei Arbeitsplätze könnten geschaffen werden.

Seine Vision stellte Jungmayer bereits der Jufa-Geschäftsleitung vor: „Sie ist nicht abgeneigt, eigentlich begeistert.“ Wichtig sei nun die Bewerkstelligung einer vernünftigen Finanzierung. Jungmayer kann sich vorstellen, dass EU-Fördermittel, möglicherweise auch Gelder des Landes und Bundes lukriert werden könnten.

Das Freibad in Großkadolz steht indes auf wackligen Beinen. 2.000 bis 3.000 Tagesgäste habe man in der Anfangszeit nach der Errichtung um das Jahr 1976 gezählt. „Heute sind es nicht einmal tausend.“ Jungmayer führt das auf die gesunkene Bevölkerungszahl zurück. Viele pendeln aus. Da bleibt wenig Freizeit. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht müsste ich das Bad zusperren“, erklärt der Bürgermeister. „Auf Dauer werden wir das als Gemeinde nicht schaffen – und wir haben eh fast nichts in der Region, kaum ein Angebot für die Jugendlichen.“