Haugsdorf

Erstellt am 12. September 2017, 10:57

von Franz Enzmann

Jukebox-Museum: „Jeder Flipper ist ein Teil Geschichte“. Knapp nach der Grenze wartet mit „Terra Technica“ eine Zeitreise in die Welt der Jukeboxen & Flipper.

Das neue Museum „Terra Technica“ lockte vergangene Woche hunderte Ehrengäste in seine 8.500 Quadratmeter große Erlebniswelt. In sechs Sektoren sind 800 Jukeboxen, 250 Flipper und hunderte Videospiele von 1880 bis zur Gegenwart ausgestellt. Der Besitzer der Excalibur City, Ronnie Seunig, ist Sammler aus Leidenschaft: Begonnen hat alles vor fast 20 Jahren – mit einem Stapel Schellackplatten und einem Grammophon.

Um die Platten besser anhören zu können, hat er seine erste Jukebox gekauft, eine „AMI B“ aus dem Jahre 1947. Mit den Jukeboxen hat er auch die Musik neu entdeckt. Bis heute liebt er alten Jazz und Swing: „Besonders den Jazzsänger Al Jolson. Er war nicht nur der ‚One Million Record Seller‘, sondern auch Hauptdarsteller im ersten Tonfilm ‚The Jazz Singer‘ 1927.“

Mehr als 300 Maschinen aus 17 Ländern aus der Zeit um 1900 bis in die 50er-Jahre repräsentieren eine lückenlose Zusammenfassung der Entwicklung des automatischen Musikapparats. Große Namen wie Wurlitzer, Seeburg, Rock-Ola, AMI und Mills sind die bekanntesten Vertreter. John Gabel baute 1906 die erste Maschine, die Schallplatten abspielen konnte.

Weltweit einzigartige Unikate zu bestaunen

Die Zeitreise im Museum beginnt 1880 mit Thomas Alva Edison, der die Aufzeichnung von Sprache und Musik möglich machte. 1890 erfand Emil Berliner die Schellackplatte, die sehr bald den Zylinder von Edison vom Markt verdrängte. „Das weltweit einzige Tower-Modell, die Mystic Music Column, ist bei uns zu besichtigen“, erzählt Ronnie Seunig beim Museumsrundgang.

Günter Freinberger, Audio-, Video- und TV-Spezialist aus Melk, präsentiert stolz seine 250 Stück umfassende Sammlung verschiedener Flipper. „Die Ausstellung umfasst acht Jahrzehnte Pinball-Geschichte. Jeder Flipper ist ein Stück Zeit- und Kulturgeschichte“, unterstreicht der Kurator.