Erstellt am 15. November 2017, 05:33

von Sandra Frank

„Wir müssen laufen, Tag und Nacht“. Die Parteien haben ihre Listen erstellt. Opposition will VP-Absolute brechen. Die nimmt‘s gelassen.

Grünen-Chefin Helga Krismer (Mitte) stimmte im Rahmen eines Ausflugs in die Amethyst-Welt Maissau die Kandidaten Michael Deninger, Gerhard Hofmann, Elfriede Hofmann, Georg Ecker, Helene Schrolmberger und Martin Pichelhofer auf den bevorstehenden Wahlkampf ein.   |  Christian Dusek

Die vergangene Woche stand bei einem Großteil der Parteien im Bezirk im Zeichen der Listenerstellung für die Landtagswahlen, die am 28. Jänner zu bestreiten sind. Bei den Roten war schon länger klar, dass sie ihren Bezirksvorsitzenden Richard Pregler als Spitzenkandidat in den Wahlkampf schicken. Die ÖVP lud zum Bezirkswahlkonvent, aus dem Landtagsabgeordneter Richard Hogl als Spitzenkandidat hervorging, Georg Ecker wurde im März bereits als Zweiter auf der Landesliste der Grünen bestätigt. Jetzt ist ihm auch sein Platz an der Spitze der Bezirksliste sicher. Bei den Blauen ist die Liste noch ganz frisch, am Montagabend wurde Michael Sommer zum Spitzenkandidaten gewählt.

Richard Hogl (Mitte) wurde zum Spitzenkandidaten der ÖVP gewählt und ist stolz auf die Kandidaten, die hinterihm stehen und bereit sind, im Wahlkampf zu laufen.  |  Böck

Auch eine Partei, die aktuell nicht im Landtag sitzt, zieht in den Wahlkampf: Ulrike Vojtisek-Stuntner, Gemeinderätin in Maissau, ist die Nummer eins im Bezirk und die Sechste auf der Landesliste. Die NEOS-Kandidaten durchliefen im Vorfeld drei Gremien, die entschieden, ob und wo ein Kandidat auf die Liste kommt. „Das ist ein Kampfmandat“, sagt die Maissauerin über ihren Platz auf der Landesliste. Es brauche knapp zehn Prozent der Wählerstimmen, damit auch sie den Einzug ins Landesparlament schafft.

„Wir starten bei 2,47 Prozent von der Nationalratswahl“, weiß Ecker, dass die Grünen 4 Prozent brauchen, damit er den Einzug in den Landtag schafft. Er zeigt sich aber optimistisch, will für frischen Wind sorgen und neue Ideen einbringen. Nach 31 Jahren sei es an der Zeit, dass auch die Grünen einen Abgeordneten im Bezirk stellen.

"Es braucht Veränderung"

Als „jungen, engagierten, gescheiten Kopf“, bezeichnet FP-Bezirksparteiobmann Christian Lausch, der die Liste auf Platz 15 abschließt, Spitzenkandidat Sommer. „Ich bin der Meinung, es braucht eine Veränderung“, hofft der Hollabrunner, dass nach den Landtagswahlen „endlich mehr Demokratie“ in Niederösterreich einzieht. Die absolute Mehrheit der ÖVP soll gebrochen werden, das ist ein erklärtes Wahlziel der Freiheitlichen.

„Alter ist für mich keine Qualifikation“, hält sich der 22-Jährige keineswegs zu jung, um sich politisch stark zu machen. Er ist überzeugt, dass er etwas zur Veränderung beitragen kann, die das Land brauche. „Man sollte sich nicht mit 53 zum Jugendkandidaten seiner Partei machen lassen“, spielt Sommer darauf an, dass die JVP Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zur Spitzenkandidatin auserkoren hat.

Dass die anderen Parteien der ÖVP den Kampf angesagt haben, beeindruckt den amtierenden Landtagsabgeordneten wenig, denn beim Bezirkswahlkonvent nannten alle Kandidaten einen Grund, um in den Wahlkampf zu ziehen: Sie haben das Ziel, ein gutes Ergebnis für Hollabrunn zu erzielen. Darum glaubt Hogl daran, dass die ÖVP die Absolute im Landtag halten, wenn nicht sogar ausbauen könne. „Wir haben bessere Konzepte und Lösungen“, gibt er sich kämpferisch. Eines ist ihm aber klar: „Wir müssen laufen, Tag und Nacht, damit die Wähler dort ein Kreuzerl machen, wo beherzte Leute auf der Liste stehen.“ Landesrätin Petra Bohuslav, die beim Konvent dabei war, ist überzeugt, dass der Bezirk gut aufgestellt ist: „Richard setzt sich extrem ein und spricht Probleme rechtzeitig an.“