Retz

Erstellt am 10. Februar 2018, 05:46

von Karin Widhalm

Retzer Kindergarten: Platz für achte Gruppe. Die Liste „Wir für Retz“ pocht auf vorausschauendere Planung. Mehrheit plädiert für Um- statt Neubau.

Karin Widhalm

Die Kinderzahl in der Stadt floriert: Stadtrat Stefan Lang (ÖVP) verkündete in der Gemeinderatssitzung am vorigen Mittwoch, dass eine zweite Kindergarten-Gruppe im Gebäude der Neuen Mittelschule (NMS) am Rupert Rockenbauer-Platz entstehen wird. Acht Gruppen bestehen dann insgesamt in Retz, wenn man den Standort in der Windmühlgasse mitzählt.

Die Stadtgemeinde leitete die Planungen für einen zweiten Gruppenraum nach einer Bedarfsfeststellung des Landes NÖ mit Bausachverständigem Erich Buda ein. Die Erweiterung wird in einer früheren Klasse vorgenommen, statt einem der Fenster soll ein barrierefreier Zugang erfolgen. Der Ausbau gehe in Richtung vollwertiger Kindergarten, erklärte Lang. Zusätzliche Toiletten und neue Fenster sind deshalb vorgesehen. Der Bauhof soll die Umbauarbeiten vornehmen.

Eine konkrete Vereinbarung liege mit der Schulgemeinde vor. Der oberste Stock könne auch nach der Errichtung eines Fluchtweges genutzt werden. Platz für Grünflächen bestehe, auch wenn eine Halle für die Landesausstellung daneben gebaut werde, antwortete Lang auf Nachfrage von Gemeinderat Felix Wiklicky (Wir für Retz).

Kindergarten-Neubau ist „auf Eis gelegt“

Dieser wollte zudem wissen, wie es mit dem Plan aussehe, einen Kindergarten außerhalb der Stadt zu schaffen? „Das ist momentan auf Eis gelegt. Das können wir uns nicht leisten“, klärte Lang auf. Die Zeit reiche auch nicht, weil im September schon Platz gebraucht werde.

Gemeinderätin Laura Walzer (Die Grünen) ergänzte, dass die künftige Zahl der Kindergartenkinder „sehr schwierig abzuschätzen“ sei. „Ein Neubau auf der grünen Wiese ist vielleicht zu übereilt.“ Der Kindergarten würde damit auch vom Stadtkern mit Bücherei und anderen Einrichtungen wegrücken, die doch gern aufgesucht würden. „Je weiter die Kinder gehen müssen, umso weniger werden sie das machen.“

Die getätigten Investitionen in der Windmühlgasse würden dann auch verloren gehen, fügte Stadtrat Roman Langer (ÖVP) hinzu. „Das ist die kostengünstigste Möglichkeit.“ Gemeinderat Karl Breitenfelder (Wir für Retz) warf ein: „Niemand hat daran gedacht, die Windmühlgasse zu schließen.“ Er sei wie Wiklicky der Meinung, dass die Stadt vorausschauender hätte planen können.

„Wir haben nicht das Budget“, argumentierte Langer. „Ich weiß, die finanzielle Situation ist prekär. Dann stellen wir Hofern zwei, drei Jahre zurück“, sprach Breitenfelder ein Abwasserprojekt an. „Das erklärst aber dann du dem Land“, meinte VP-Bürgermeister Helmut Koch. „Irgendwann werden wir anfangen müssen, Rückstellungen für den Kindergarten zu machen“, sagte Breitenfelder noch vor der Abstimmung.

Alle „Wir für Retz“-Mandatare enthielten sich der Stimme. Die Mehrheit nahm mit ÖVP, SPÖ und den Grünen den Antrag an.