Hollabrunn

Erstellt am 10. August 2017, 04:22

von NÖN Redaktion

Schmidatal: Kaiseradler besendert. Das Verhalten zweier Jungtiere der vom Aussterben bedrohten Vogelart kann nun genau dokumentiert werden.

Die ersten Jungvögel, die im Bezirk Hollabrunn mit Sendern ausgestattet wurden. Das Anbringen der Sender wurde im Auftrag von BirdLife vorgenommen. Die Kaiseradler sind vom Aussterben bedroht, in ganz Österreich gibt es nur 18 Paare.  |  Stefan

Seit nunmehr 18 Jahren brütet der weltweit vom Aussterben bedrohte Kaiseradler wieder in Österreich. Durch intensive internationale Schutzmaßnahmen konnte sich die majestätische Greifvogelart hierzulande wieder mit 18 Paaren ansiedeln.

Auch der Bezirk Hollabrunn beherbergt seit einigen Jahren Kaiseradler und im Rahmen eines Projekts von BirdLife Österreich wurden hier nun erstmals zwei Jungtiere mit Satellitensendern ausgestattet.

Großteil noch vor Geschlechtsreife illegal geschossen oder vergiftet

„Mithilfe der solarbetriebenen Sender können wir die Bewegungen der Adler sehr genau verfolgen. Sie geben uns einerseits Aufschluss über die bevorzugten Lebensräume der Jungadler, andererseits liefern sie konkrete Hinweise, welchen Gefahren die Tiere ausgesetzt sind“, erklärt der Kaiseradler-Betreuer Johannes Hohenegger, der gemeinsam mit dem Experten Mike McGrady die Besenderung durchführte. „Möglich wurde das Vorhaben auch durch die gute Zusammenarbeit mit den engagierten Grundbesitzern und Jägern vor Ort, welche uns tatkräftig unterstützt haben.“

Neben interessanten Erkenntnissen über die Zugwege hat das Projekt von BirdLife bereits in den letzten Jahren gezeigt, dass der Großteil aller besenderten Jungvögel noch vor der Geschlechtsreife illegal geschossen oder vergiftet wird.

Ohne diese moderne Technik wäre das Ausmaß des Problems wohl überhaupt nicht bekannt. „Mit der ersten Besenderung von Kaiseradlern im Bezirk Hollabrunn setzen wir die erfolgreichen Schutzbemühungen weiter fort. Wir wünschen uns natürlich, dass die beiden Jungadler, die kürzlich das Nest verlassen haben, ein langes Leben vor sich haben. Sie werden uns spannende Erkenntnisse über die Situation der Art im westlichsten Brutgebiet der Welt bringen“, ist Kaiseradler-Betreuer Hohenegger zuversichtlich.