Retz

Erstellt am 12. Januar 2018, 05:30

von Michael Böck

Neujahrskonzert: „Bahn frei“ für Musik. Stadtkapelle nahm auf eine musikalische Zugfahrt mit. Urgestein Neubauer verlässt „Lok“, Jungmusiker Schnabl steigt zu.

Herbert Neubauer (2.v.l.) wurde von (v.l.) Gerhard Forman, Robert Löscher und Kapellen-Obmann Richard Wimmer verabschiedet.  |  Böck

Die Stadtkapelle Retz beschritt vergangenes Jahr ihr 50. Jubiläum. Beim Neujahrskonzert im Althof zeigten die Musiker, was jahrelange Gemeinschaft und fester Zusammenhalt bewirken: perfekt abgestimmte Harmonie, die man sehen und vor allem hören kann.

Gespielt wurde ein facettenreiches Programm, angefangen mit den heroischen Klängen von „Fanfare for a new horizon“ von Thomas Doss. Die Kapelle wurde abwechselnd von Gerhard Forman, Matthäus Rößler, Thomas Wurm und – als neuer Dirigent – Stephan Schmid angeleitet. Vor der Pause spielte das Orchester „Bahn frei“ und wurde abrupt unterbrochen.

Hornist und Musiker des Jahres Thomas Hofer trat als Schaffner gekleidet vor und forderte die Fahrkarten der Ehrengäste ein. „Stefan, du wirst ja ned schwarzfahren“, mokierte er sich spaßhalber bei Stadtrat Stefan Lang. Zur Strafe mussten alle ein Stamperl trinken. Das Stück „Bahn frei“ sei aus der Faszination Eduard Strauß‘ für die Lokomotive entstanden, erklärte Moderator Markus King. Dieser bereichert seit Jahren mit seinen Erzählungen rund um die Komponisten und deren Werke das Neujahrskonzert.

Dank und Anerkennung für Herbert Neubauer

Noch länger mit dabei ist Ehrenkapellmeister Herbert Neubauer. Das Gründungsmitglied kündigte noch vor dem Bezirksblasmusikfest im Juni seinen Rücktritt an. Im Rahmen des Konzerts wurde der Zugposaunist mit einer eingerahmten Urkunde geehrt und gebührend verabschiedet. Er dirigierte als Zugabe noch ein letztes Mal den „Radetzkymarsch“.

Saxofonistin Michaela Wimmer stellte zudem einen Neuzugang vor: Der 13-jährige Mathias Schnabl spielt seit sechs Jahren Posaune und wird die Stadtkapelle zukünftig musikalisch ergänzen. Außerdem verlas Wimmer lobende Worte für langjährige und verdiente Mitglieder, die ihrerseits viel Zeit und Anstrengung für die Kapelle aufbringen.

Tatsächlich war der Terminkalender der Musiker – gerade im Jubiläumsjahr – randvoll: Neben zahlreichen Auftritten in der näheren und weiteren Umgebung, wie beispielsweise in Gars am Kamp oder Lunz am See, spielten sie eine eigene CD ein. Diese trägt den Namen „Von Freund zu Freund“ und ist in der Musikschule bei Gerhard Forman, Schulleiter und Kapellmeister, erhältlich.