Burgschleinitz-Kühnring

Update am 10. Januar 2018, 08:56

von Martin Kalchhauser

Ehrenbürgerschaft für Kurz: „Wollten Erste sein!“. Bürgermeister Winkelhofer steht trotz Kritik zu Auszeichnung für Bundeskanzler Kurz.

Bundeskanzler Sebastian Kurz nahm aus der Hand Bürgermeister Leopold Winkelhofers (rechts) und Vizebürgermeister Erich Trauners die Ehrenbürgerurkunde entgegen.  |  Martin Kalchhauser

Einstimmig fiel der Beschluss im Gemeinderat, dem neuen Bundeskanzler Sebastian Kurz die Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde zu verleihen. Als Kind hatte der Wiener Wochenenden und Ferien bei seiner Oma im Ort Zogelsdorf verbracht.

„Muss man immer warten und nur 80-Jährige zu Ehrenbürgern machen?“

Bürgermeister Leopold Winkelhofer begründet die Ehrung, die auch Skeptiker auf den Plan ruft, damit, dass diese auch berühmten Bürgern aus der Gemeinde zuteil werden könne, selbst wenn diese (noch) keine großen Verdienste errungen hätten.

„Muss man immer warten und nur 80-Jährige zu Ehrenbürgern machen?“, wundert er sich im Gespräch mit der NÖN hörbar über die Frage. „Wir wollten auf jeden Fall die erste Gemeinde sein, wo er Ehrenbürger wird!“

ÖVP-Fraktionschef Vizebürgermeister Erich Trauner gesteht, „dass da die Meinungen auseinandergehen“. Aber Kurz sei „hier aufgewachsen. Und ich kenne ihn, seit er klein war.“

Im Gemeinderat (15 ÖVP, 2 SPÖ, 2 Grüne) fiel die Entscheidung einstimmig. SPÖ-Chef Ewald Nimmervoll war nicht bei der Sitzung und „will die Sache nicht kommentieren“.

Grünen-Mandatar Gerhard Öttl gesteht, damals „schlecht vorbereitet“ gewesen zu sein. „Ich habe mitgestimmt, sehe die Sache aber im Rückblick schon anders.“ Sein Fraktionskollege Oswin Christian: „Ich habe auch die Hand gehoben – wenn ich das nicht gemacht hätte, hätte sich ja auch nichts daran geändert.“ Zusatz: „Aber es gibt schlimmere Sachen, als die Entscheidung, ob der junge Bursche die Ehrenbürgerschaft bekommt!“