Erstellt am 14. Februar 2018, 15:18

von APA Red

Geberstaaten sichern Irak Milliardenhilfen zu. Zum Abschluss der Konferenz zum Wiederaufbau des Irak haben die Teilnehmerstaaten Milliardenhilfen zugesagt. Die EU kündigte am Mittwoch Investitionen im Volumen von 400 Millionen Euro an. Konferenz-Gastgeber Kuwait, Saudi-Arabien und andere Golfstaaten sowie die USA sagten Investitionen und Kredite von mehreren Milliarden Dollar zu.

Geberkonferenz in Kuwait ging zu Ende  |  APA/dpa/ag.

Kuwait will den Wiederaufbau im Nachbarland Irak mit zwei Milliarden Dollar (1,62 Mrd. Euro) unterstützen. Bagdad erhalte einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Dollar, die andere Hälfte des Geldes werde in mehrere Projekte investiert, sagte der Emir des Golfstaats, Scheich Sabah al-Ahmad al-Jaber al-Sabah. "Die Stabilität des Irak ist ein untrennbarer Teil der Sicherheit und Stabilität Kuwaits und der Region", sagte er. Der Irak war 1990 unter dem Machthaber Saddam Hussein in das ölreiche Emirat einmarschiert.

Die Türkei kündigte an, fünf Milliarden Dollar in Form von Darlehen und Investitionen bereitzustellen, wie Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte. Saudi-Arabien will 1,5 Milliarden Dollar geben, Katar eine Milliarde Dollar, wie die Regierungen am Mittwoch erklärten. Deutschland stellte eine Unterstützung von 350 Millionen Euro in Aussicht.

An der dreitägigen Konferenz nahmen seit Montag Hilfsorganisationen, Regierungsvertreter und Unternehmen teil. Internationale Hilfsorganisationen haben dem Irak bisher 330 Millionen Dollar zugesichert. Nach mehr als drei Jahren Krieg gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) benötigt der Irak nach eigenen Angaben insgesamt etwa 88 Milliarden Dollar, um der Wirtschaft und Infrastruktur in dem zerstörten Land wieder auf die Beine zu helfen. Vor allem Wohnungen müssen dringend gebaut werden.

Der Irak war 2014 nach Jahrzehnten mit Sanktionen und Krieg von der IS-Miliz überrannt worden. Zeitweise stand ein Drittel des Staatsgebiets unter Kontrolle der Jihadisten. Durch die jahrelangen Kämpfe wurden die Industrie und die Infrastruktur des Landes stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Dezember verkündete Bagdad schließlich den Sieg über den IS. 2,5 Millionen Binnenvertriebene warten weiterhin auf die Rückkehr in ihre Häuser.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres richtete am Mittwoch einen Appell an die in Kuwait versammelten Regierungen. Die Weltgemeinschaft stehe wegen des Kampfes des Irak gegen den IS in der Schuld des Landes. "Es ist an der Zeit, unsere Dankbarkeit und Solidarität mit dem irakischen Volk zu bekunden", sagte Guterres. Er kündigte ein neues UNO-Hilfsprogramm an, mit dem die Lebensbedingungen der Iraker kurzfristig verbessert werden sollen.