Minihof-Liebau

Update am 03. Dezember 2017, 10:18

von APA Red und Carina Fenz

Pkw gegen Bus: Zwei Tote und 14 Verletzte. Im Südburgenland hat sich in der Nacht auf Sonntag ein schwerer Verkehrsunfall ereignet.

UPDATE 10.15 Uhr

Nach ersten Meldungen in der Nacht, in der die Zahl der Verletzten noch unklar war und auf über 20 beziffert wurde, stand am Sonntagvormittag fest: Bei dem Unfall wurden zwei Menschen getötet und 14 Menschen verletzt - 12 leicht, zwei schwer. Das bestätigte das Rote Kreuz gegenüber der BVZ.

Buschauffeur und Reiseleiterin schwer verletzt

Bei den beiden Schwerverletzten des Busunfalls handelt es sich laut Rot-Kreuz-Einsatzleiter Chris Janics um den Buschauffeur und die Reiseleiterin. Der Mann war im Fahrzeug eingeklemmt und wurde von der Feuerwehr geborgen. Ein Mann und eine Frau, die in einem Pkw unterwegs waren, kamen bei dem Unfall ums Leben.

"Der Einsatz ist sehr diszipliniert und sehr ruhig verlaufen", schilderte Janics am Sonntagvormittag der APA. "Bei der Erstalarmierung hieß es, dass es einen Busunfall gegeben habe, an dem auch ein Pkw beteiligt war und dass zwei Personen eingeklemmt sind."

Das Ausmaß des Unfalls - 45 beteiligte Personen - sei zu dem Zeitpunkt allerdings noch unklar gewesen. "Wir wussten nicht, ob es ein Groß- oder vielleicht nur ein Kleinbus ist bzw. wie viele Insassen beteiligt sind."

32 RK-Sanitäter und fünf Wehren im Einsatz

An Ort und Stelle habe man sich einen Überblick verschafft. Die Schwerverletzten wurden in den Schockraum der Krankenhäuser Oberwart bzw. Feldbach gebracht. Anschließend wurden die Unfallbeteiligten im Feuerwehrhaus mit Tee und Decken versorgt.

"Aufgrund der Witterung haben wir bereits im Vorfeld viele Decken mitgenommen. Der Notarzt hat im Feuerwehrhaus die Leichtverletzten versorgt", berichtete der Einsatzleiter. Zwölf Personen mussten in die Krankenhäuser Feldbach und Güssing gebracht werden.

Insgesamt waren 32 Sanitäter des Roten Kreuzes, fünf Feuerwehren, zwei praktische Ärzte, ein First Responder (speziell ausgebildeter Ersthelfer, Anm.), die Schnelleinsatzgruppe Jennersdorf, neun Rettungswagen aus dem Burgenland und der Steiermark, ein Notarztwagen aus Güssing, ein Notarzteinsatzfahrzeug aus Feldbach und die Polizei im Einsatz.

Bus war am Rückweg von Christkindlmarkt gewesen

Bei den beiden Toten handelt es sich um die Insassen des Pkw - eine Frau und einen Mann.

Der voll besetzte Bus sei auf dem Rückweg vom Christkindlmarkt in Wien gewesen und in Richtung slowenische Grenze gefahren, teilte Harald Dunkel, Bezirkshauptmann-Stellvertreter von Jennersdorf dem ORF Burgenland mit. Die genaue Unfallursache stand zunächst nicht fest.

Der Einsatz dauerte für einen Teil der Einsatzkräfte bis Sonntagfrüh. Die Stadtfeuerwehr Jennersdorf musste rund 250 Liter Diesel vom verunglückten Reisebus in einen Ersatzbehälter umpumpen. Die Sperre der B 58 wurde um 8.15 Uhr von der Polizei freigegeben, hieß es in einer Aussendung der Stadtfeuerwehr.

 

Wir hatten am frühen Vormittag berichtet:

Im Südburgenland sind am späten Samstagabend ein Pkw, in dem laut einer Aussendung des Roten Kreuz zwei Personen saßen, und ein Reisebus aus Slowenien zusammengestoßen. Der mit 43 Menschen besetzte Bus prallte danach gegen eine Mauer.

Nach Angaben der Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland kamen zwei Menschen ums Leben, zwei weitere (nach Informationen vom Sonntagvormittag eine Reiseleiterin und der Buschauffeur) wurden schwer verletzt. Elf Leichtverletzte wurden in Spitäler gebracht.

Sondereinsatzgruppe des RK alarmiert

Der Zusammenstoß ereignete sich im Bezirk Jennersdorf zwischen Minihof-Liebau und Tauka. Die Unfallmeldung ging um 22.12 Uhr ein, so ein LSZ-Sprecher. Ein Großeinsatz wurde ausgelöst. Zwei Notarzteinsatzmittel sowie neun Rettungsfahrzeuge machten sich auf den Weg zur Unfallstelle.

Im Bezirk Jennersdorf wurde die Sondereinsatzgruppe des Roten Kreuzes alarmiert. Feuerwehren aus Minihof-Liebau, Jennersdorf, Tauka sowie Windisch-Minihof und Neuhaus am Klausenbach machten sich mit neun Fahrzeugen und rund 90 Kräften auf den Weg zum Unfallort.

Feuerwehr musste Kraftstoff aus Bus abpumpen

Der Lenker des Busses wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus Oberwart gebracht. Die ebenfalls schwer verletzte Reiseleiterin aus dem Bus wurde ins Krankenhaus Feldbach eingeliefert.

23 Personen, die laut LSZ leichtere Verletzungen erlitten hatten, wurden im Feuerwehrhaus Minihof-Liebau erstversorgt. Anschließend wurden elf von ihnen in umliegende Spitäler gebracht. Die Unverletzten wurden laut der Aussendung des Roten Kreuz ins Feuerwehrhaus Tauka gebracht und dort mit Tee versorgt.

Der Einsatz der Rettungskräfte war gegen 0.30 Uhr abgeschlossen, hieß es von der Landessicherheitszentrale. Mehrere Feuerwehren blieben während der Nacht an der Unfallstelle, um Bergungs- und Aufräumarbeiten durchzuführen und das Gelände für die Polizei, die mit Erhebungen beschäftigt war, auszuleuchten.

Sonntagfrüh waren weiterhin Kräfte der Feuerwehr Minihof-Liebau an Ort und Stelle. Die Stadtfeuerwehr Jennersdorf, die auch am Einsatz in der Nacht beteiligt gewesen war, wurde noch einmal alarmiert, um Kraftstoff aus dem Tank des Busses abzupumpen.