Erstellt am 21. April 2017, 11:58

von APA Red

Duell Kiptanui gegen Robi bei Wien-Marathon erwartet. Um den Sieg im Wien-Marathon könnte sich laut Papierform am Sonntag ein Duell zwischen dem Kenianer Eliud Kiptanui (Bestzeit 2:05:21 Stunden) und dem Äthiopier Deribe Robi (2:05:58) entwickeln.

Robi (links) zählt zu den Favoriten  |  APA (Punz)

 Kiptanui hing allerdings noch in Kenia fest, er wird für Samstag erwartet. Spielt das Wetter mit, könnte der Wien-Rekord von Getu Feleke (ETH) aus dem Jahr 2014 mit 2:05:41 wackeln.

Bei Kiptanui gab es Probleme mit der Freigabe durch den Verband, die er erst am Mittwoch erhielt. Danach mussten noch die Visum-Formalitäten abgewickelt werden, am Freitag gab es schließlich grünes Licht. Es ist das zweite Mal, dass Kiptanui nach Wien kommen will - und wieder spießte es sich. 2010 verhinderte das durch die Aschewolke nach dem Ausbruch des isländischen Gletschervulkans Eyjafjallajökull ausgesprochene Flugverbot seine Anreise.

Robi traf Freitag früh in Wien ein. "Ich liebe die Wiener und Wien", sagte der 26-Jährige nach dem Empfang. Seine Bestzeit erreichte er als Zweiter 2015 in Eindhoven. "Wenn das Wetter passt, dann sind 2:05, 2:06 möglich", sprach er seine Erwartungen an. Weniger die Temperaturen, sondern vor allem der Wind dürfte das größte Problem am Sonntag werden. Aufgrund der leichten Wetterbesserung ist Veranstalter Wolfgang Konrad aber zuversichtlich, dass wir "ordentliche Verhältnisse" haben werden.

Der Kenianer Suleiman Simotwo ist das dritte Mal in Folge in Wien, 2015 wurde er Fünfter, 2016 Dritter. Athletenkoordinator Mark Milde sieht noch viel Potenzial beim seit Freitag 36-jährigen Polizisten, dessen Bestzeit bei "nur" 2:08:49 steht. Simotwo hält sich mit Prognosen zurück, er will ebenfalls abwarten, wie das Wetter wird. Wie Robi ist auch er nebenbei Farmer und hält zehn Kühe. Bei Robi sind es 24 Rinder und zusätzlich die stattliche Zahl von 11.000 Hühnern.

Laut Entry-List drittschnellster Athlet am Start hinter Kiptanui und Robi wird der Marokkaner Mustapha El Aziz sein, der bei 2:07:55 hält. "Das wird ein starker Lauf in Wien, ich erwarte ein sehr schnelles Rennen. Ich bin sehr gut vorbereitet und sicher, dass ich meine Bestzeit verbessern werde", lautete seine Kampfansage an die Topfavoriten.

"Wir haben ein tolles Feld. Bei den Männern haben wir eine sehr hohe Dichte von Läufern unter 2:10, so viele hatten wir noch nie. 2:10 ist die Benchmark, die die IAAF ansetzt, damit jemand einen 'Gold Label'-Status hat", erklärte Milde. Der Leichtathletik-Weltverband würdigte die Wiener Veranstaltung zum sechsten Mal in Folge mit dieser Auszeichnung. Die Spitze wird laut Milde mit 63:15 bis 63:30 Minuten anlaufen. Er erwartet eine kompakte Gruppe, zu der auch die Kenianer Ezekiel Omullo, Albert Korir und Vincent Kipchumba gehören sollten.

Eine bessere Zeit als seine 2:16:37 als 13. vor einem Jahr peilt Valentin Pfeil an. Mit 2:15 würde er sich für die Weltmeisterschaften im August in London qualifizieren. Das Training verlief vielversprechend. "Die Einheiten waren länger und schneller. Und die Grundgeschwindigkeit im Dauerlauf war höher als im vergangenen Jahr. Jetzt bin ich gespannt", sagte der ausgebildete Tierarzt, der seit heuer beim Bundesheer angestellt ist, um sich voll auf den Sport konzentrieren zu können.

Der Wind könnte nun allerdings zum Spielverderber werden. "Wind ist Teil des Spiels, das muss man so hinnehmen. Es hat sich letztes Jahr gezeigt, dass den Eliteläufern zwei bis drei Minuten gefehlt haben. Was der Wind im Kopf macht, muss man sehen. Man muss versuchen, so stark wie möglich zu bleiben", meinte Pfeil.

Beim Athleten von Hubert Millonig überwiegt die Vorfreude. "Aber es ist auch eine gewisse Unsicherheit vorhanden. Ich habe jetzt schon einen Marathon in den Beinen gespürt, weiß, was alles passieren kann. Respekt ist vorhanden, er ist größer als letztes Jahr."

Das Elitefeld über die 42,195 Kilometer wird um 8.58 Uhr von der Reichsbrücke aus ins Rennen geschickt, gegenüber den vergangenen Jahren gab es eine leichte Streckenadaptierung. Statt über die mit kleinen Steigungen und Wellen versehene Schüttelstraße wird von Kilometer 35 bis 38 von der Lusthausstraße vollkommen flach über die Rustenschacherallee, Sportklubstraße und Vivariumstraße auf die Franzensbrücke gelaufen. Das Ziel ist wieder beim Burgtheater.