Klosterneuburg

Erstellt am 07. Dezember 2017, 05:36

von NÖN Redaktion

Klosterneuburger kämpfen gegen HIV. Das Biotechunternehmen „Polymun“ spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen HIV.

Unter strengsten Hygienebedingungen forschen die Mitarbeiter des Klosterneuburger Biotechunternehmen „Polymun“ aneinem HIV-Impfstoff.  |  NOEN, Polymun

Am 1. Dezember wurde weltweit anlässlich des Weltaidstags die Krankheit, die bereits Millionen Opfer gefordert hat, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Noch gibt es keine Heilung, aber an der Entwicklung eines HIV-Impfstoffes wird fieberhaft gearbeitet. Auch das Klosterneuburger Biotechunternehmen „Polymun“ spielt eine große Rolle bei der Entwicklung des Impfstoffes.

Gefördert wird dieses Projekt von der Europäischen Union. „Mit der European Aids Vaccine Intitiative (EAVI2020) setzt die EU ein starkes Zeichen im Kampf gegen HIV. Dieses grenzüberschreitende Projekt zeigt, dass wir mit vereinten Kräften der weiteren Verbreitung dieser unheilbaren Infektion Einhalt gebieten können“, sagt Jörg Wojahn, Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich. So hätten durch einen Impfstoff alleine in Österreich im vergangenen Jahr 447 Neuinfektionen verhindert werden können.

„Ohne EU-Unterstützung wäre ein Projekt dieser Dimension nicht möglich.“Dietmar Katinger, Geschäftsführer von Polymun

Um so einen Impfstoff so bald wie möglich zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, arbeiten nun 22 Institutionen aus der ganzen Welt zusammen.

Know-how aus Österreich

Einer der Projektpartner ist die Polymun Scientific Immunbiologische Forschung GmbH aus Klosterneuburg. Das 1992 gegründete Biotechunternehmen mit 80 Mitarbeitern ist federführend in EAVI2020 eingebunden, indem es die Prozessentwicklung und die Herstellung der Bestandteile für die Impfstoffkandidaten – wie HIV-Hüllproteine oder neuartige Liposomen für T-Helferzellen – verantwortet.

„EAVI2020 ist wirklich ein Vorzeigeprojekt: Die Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern funktioniert außerordentlich gut, und wir sind zuversichtlich, dass wir in den kommenden drei Jahren zu guten Ergebnissen kommen – ohne EU-Unterstützung wäre ein Projekt dieser Dimension nicht möglich“, betont Dr. Dietmar Katinger, Geschäftsführer von Polymun. Die EU unterstützt das Projekt mit 23 Millionen Euro.