Klosterneuburg

Erstellt am 12. Februar 2018, 13:36

von Christoph Hornstein

Johanna Mikl-Leitner: „Familie ist meine Kraftquelle“. Die Wahl ist für Johanna Mikl-Leitner äußerst erfolgreich geschlagen. Jetzt erholt sie sich mit der Familie beim Skifahren.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Ehemann Andreas und ihren Töchtern Larissa und Anna auf Skiurlaub am Großglockner.  |  NOEN, privat

Nach dem erfolgreich geschlagenen Wahlkampf war für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner Erholung angesagt. Mit der Absoluten im Gepäck verbrachte Mikl-Leitner – natürlich mit Ehemann Andreas und den Töchtern Larissa und Anna – die Semesterferien als Skiurlaub am Großglockner in Kals-Matrei. Die NÖN bat sie dort zum Gespräch.

NÖN: Sind Sie eine gute Skifahrerin?
Johanna Mikl-Leitner: Ich würde sagen, Skifahren ist wie Radfahren, das verlernt man nicht. Und ja, ich bin eine Skifahrerin aus Leidenschaft und auch dieses Mal immer gut am Ziel angekommen. Regelmäßige Bewegung und Sport sind ein wichtiger Ausgleich zu den langen Tagen im politischen Alltag. In den letzten Monaten war dafür weniger Zeit, deshalb habe ich mich schon sehr auf den gemeinsamen Skiurlaub mit der Familie gefreut.

Wie wichtig ist der Rückhalt in der eigenen Familie während eines Wahlkampfes?
Meine Familie ist meine Kraftquelle. Ich danke vor allem meinem Mann Andreas, der das Familien-Management übernommen hat. Anders würde es gar nicht funktionieren. Im Wahlkampf ist das Familienleben zu kurz gekommen. Dafür ist jetzt wieder mehr Zeit, und mit dem Wahlerfolg lässt sich die gemeinsame Zeit noch mehr genießen.

Dieses Vertrauen werde ich sehr ernst nehmen" Johanna Mikl-Leitner

Macht es einen Unterschied, gewähltes Landesoberhaupt zu sein, im Gegensatz zum „nur“ eingesetzten?
Selbstverständlich. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden am Wahltag sehr genau, wem sie das Vertrauen für die zukünftige Arbeit aussprechen. Ich bin unseren Landsleuten sehr dankbar, dass sie mir diesen Vertrauensvorschuss ausgesprochen haben. Das ist nicht selbstverständlich, und dieses Vertrauen werde ich sehr ernst nehmen.

War es Tiefstapeln, oder haben Sie wirklich nicht mit der Absoluten gerechnet?
Wenn man sich in Europa umschaut, dann sieht man, dass absolute Mehrheiten eigentlich nicht mehr möglich sind. Somit war das kein Tiefstapeln, sondern einfach Realismus. Das Ergebnis zeigt aber auch, dass die konsequente Arbeit der Volkspartei in Niederösterreich geschätzt und anerkannt wird.

Welche Gefühle und Gedanken hat man, kurz vor der ersten Hochrechnung?
Die erste Hochrechnung habe ich gemeinsam mit meiner Tochter Larissa und meinem Mann im Büro verfolgt. Es war ein überwältigendes Gefühl und da hat man die Gewissheit, dass sich die Arbeit der letzten Monate gelohnt hat. Ich bin den Wählern sehr dankbar, dass sie mit mir den Weg des Miteinanders, den ich vor der Wahl ausgerufen habe, weitergehen wollen.

Inwiefern, glauben Sie, hat die Bundespolitik der vergangenen Monate das Landtagswahlergebnis beeinflusst?
Ich bin fest davon überzeugt, und Umfragen zeigen es sehr deutlich, dass die Wähler von Wahl zu Wahl sehr genau unterscheiden, wem sie das Vertrauen schenken. Sei es bei einer Gemeinde-Wahl, Nationalratswahl, Europa-Wahl oder eben bei der Landtagswahl. Es geht bei der jeweiligen Entscheidung um das bessere Angebot, und in Niederösterreich liegt das Vertrauen in den Händen der Volkspartei.

"Schritt in die Politik habe ich noch nie bereut" Johanna Mikl-Leitner

Ihre klare Haltung zu Udo Landbauer hat überrascht. Haben Sie hier klare persönliche Vorstellungen, oder war das mit der Partei abgestimmt?
Beides war der Fall. Ich habe mir von den Vorwürfen ein Bild gemacht und vor und nach der Wahl klargestellt, dass es mit mir keine Zusammenarbeit mit Udo Landbauer geben wird. Denn wer dem Ruf Niederösterreichs schadet, kann für mich kein Partner sein. Das ist meine Haltung, und die war auch mit der Partei abgestimmt.

Hat sich ihr politischer Weg schon vor 20 Jahren abgezeichnet? Was hatten Sie damals für Vorstellungen und Pläne?
Das war einfach ein Mix aus Zufall, Schicksal oder Bestimmung. Den Schritt in die Politik habe ich aber noch nie bereut. Es macht mir eine Riesenfreude, mit Menschen in Kontakt zu sein und für das Land zu arbeiten.

Ministerin und Landeshauptfrau: Wohin geht ihre politische Reise?
Ich bin mit Leib und Seele Landeshauptfrau von Niederösterreich und kann mir keine schönere Aufgabe vorstellen. Jetzt geht es darum, unsere Schwerpunkte in der Landespolitik umzusetzen – vor allem im Bereich der Arbeit, Gesundheit, Mobilität und Familie. Es gibt aber genügend andere Herausforderungen, die uns täglich fordern werden.

"Es liegt mir fern, Frauen und Männer gegeneinander auszuspielen" Johanna Mikl-Leitner

Was zeichnet Frauen in einer hohen politischen Funktion aus? Sind sie besser als Männer?
Wenn sich Frauen einmal für eine politische Verantwortung entschieden haben, gehen sie äußerst engagiert und gewissenhaft an ihre Aufgabe heran. Dasselbe gilt natürlich auch für Männer. Daher liegt es mir fern, Frauen und Männer gegeneinander auszuspielen. Auch hier geht es um ein gutes Miteinander. Was zählt, ist gute und engagierte Arbeit.

Können beziehungsweise wollen Sie sich speziell für Frauen einsetzen?
Selbstverständlich ist es mir ein Anliegen, dass sich noch mehr Frauen in der Politik engagieren. Da kann und will ich auch Vorbild und Mutmacherin sein. Es dauert in der Regel einfach etwas länger, bis Frauen einmal Ja zur Verantwortung in der Politik sagen. Dafür gibt es die verschiedensten Gründe. Es ist aber ein Faktum, dass wir bei den Frauen in der Politik noch Luft nach oben haben. Das will ich fördern und unterstützen.