Klosterneuburg

Erstellt am 05. Januar 2018, 05:13

von Christoph Hornstein

Ein Stumpf für die Kunst. Brisant Hoch sensibel reagiert die Bevölkerung, wenn es um den Baumbestand der Stadt geht. Die PUK blitzte mit einer neuen Baumverordnung ab. ÖVP steckt Geld in den Baumkataster.

Ein gesunder Baum musste dem Park&Ride Platz in Kritzendorf weichen.  |  privat

Dem sensiblen Thema Baumschlag in der Stadt ist vermeintlich ein neues Kapitel geschrieben worden. Doch der Aufschrei der Grünen verhallte jäh, denn die stattliche Esche Ecke Kardinal-Piffl-Platz/Burggasse war nach einem Gutachten krank und gefährdete die Sicherheit der Passanten. Übrig bleibt nur der mächtige Stumpf, aber auch um den wird nun gestritten.

Ecke Kardinal-Piffl-Platz/Burggasse soll aus dem Baumstumpf ein Kunstwerk entstehen. Grüne wollen aber wieder einen Baum.  |  privat

Absichtlich hat man den Eschenstumpf nach der Schlägerung des kranken Baumes stehen lassen. Ein Kunstwerk soll daraus werden. Die Klosterneuburger Grünen, die sich vorerst gegen die Schlägerung der Esche ausgesprochen haben, wollen dort aber wieder einen Baum. Grün-Stadtrat Sepp Wimmer: „Das man aus dem Baumstumpf an der Burggasse nun eine Holzskulptur machen will, ist für die überwiegende Mehrheit der Klosterneuburger Bevölkerung kein Ersatz für einen lebenden Baum. Insbesondere im innerstädtischen Bereich.“

Enttäuschung für PUK im Umweltausschuss

Enttäuschend verlief der Umweltausschuss vor der letzten Gemeinderatssitzung 2017 mit dem von der PUK (Plattform Unser Klosterneuburg) eingebrachten Thema Baumschutz. Nach fast zehn Jahren sollte die zwei Seiten kurze Baumschutzverordnung laut PUK-Antrag erneuert werden. Laut der Liste fehlen Hinweise auf die geltenden Schutzmaßnahmen von Bäumen bei Bauarbeiten. „Traurige Beispiele sind die im Sommer erfolgten Fällungen von großen Bäumen beim P&R Platz Kritzendorf und vor dem großvolumigen Neubau an der alten B14 neben dem McDonalds“, so PUK-Gemeinderat Hehberger. Es gäbe keinerlei Handhabe, wenn sich Bauträger nicht an den Verordnungstext halten. Zwar existiere eine Verpflichtung zum Nachpflanzen eines gefällten Baumes, dieser müsse dann jedoch kaum mehr als zehn Zentimeter Umfang haben.

Keine Überarbeitung der Baumschutzverordnung

„Es ist eine zahnlose und veraltete Verordnung, die dringend an das Heute angepasst werden muss“, so Hehberger. Ganz anders sah das jedoch der Umweltausschuss Ende November: Die Verordnung bleibt, eine Überarbeitung ist nicht nötig. „Wenn man zukünftig Bäume im Stadtgebiet sucht, soll man laut ÖVP in den Wienerwald oder die Au gehen, so wurde skandalöser Weise im Ausschuss gesagt“, ärgert sich Hehberger.

Die ÖVP setzt indes auf die in einem Kataster verzeichneten Gemeindebäume. „Für das Mikroklima im städtischen Bereich sind Bäume besonders wichtig“, so Roland Honeder (ÖVP), Stadtrat für Biodiversität und Liegenschaften. Wichtig sei aber auch, dass die Bäume gesund und vital sind sowie der Verkehrssicherheit entsprechen.

Um dies sicherzustellen und zu dokumentieren, sind alle Bäume im öffentlichen Raum im Baumkataster erfasst. Für den gesamten Baumbestand sind gemäß ÖNORM Kontrollen zur Überprüfung der Verkehrssicherheit durchzuführen. Für die Überprüfung von insgesamt 5.592 Bäumen wird die Stadt 2018 über 89.000 Euro investieren. 2017 wurden im öffentlichen Raum in Klosterneuburg 75 Bäume gepflanzt. „Um unsere Spielplätze noch attraktiver zu gestalten, wurden dort zusätzlich 24 Obstbäume gesetzt,“ ergänzt Umweltgemeinderat Leopold Spitzbart (ÖVP).