Klosterneuburg

Erstellt am 14. Februar 2018, 05:14

von Christoph Hornstein

Grippezeit: Ist das Schlimmste schon überstanden?. Obwohl man nicht von einer Welle sprechen kann, hat es viele erwischt. Verzichten Klosterneuburger daher auf den Handgruß?

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Begrüßungsrituale sind so vielfältig wie die Menschen, die sie anwenden. So sollen sich die Eskimos mit dem Aneinandereiben der Nasen begrüßen. Ein Auswuchs der dort herrschenden Kälte, denn bei arktischen Temperaturen ist wohl nichts anderes mehr frei als die Nase. In unseren Breiten begrüßt man sich per Handschlag. Doch gerade in Grippezeiten wird vor diesem Begrüßungsritual gewarnt.

Handhygiene ist wichtig

Nach einer 2007 publizierten Übersichtsstudie scheint das Händeschütteln, neben dem gemeinsamen Kontakt von Menschen mit Oberflächen wie etwa Türklinken, der wichtigste Übertragungsweg für Infektionen wie Erkältungen oder auch Magen-Darm-Erkrankungen zu sein. Das Infektionsrisiko wird durch den Umstand erhöht, dass Menschen, ohne sich dessen bewusst zu sein, sehr häufig mit den Händen Mund, Nase und/oder Augen berühren. Auf diese Weise können Krankheitserreger von einer Person auf die andere übertragen werden. Um Ansteckungen zu vermeiden, empfehlen die Forscher daher eine gute Handhygiene, deren zentraler Teil das gründliche Händewaschen mit Seife sei.

Gemeinderat Peter Hofbauer (Liste Peter Hofbauer) nimmt solche Studien ernst. Er verteilte vor der letzten Gemeinderatssitzung eine Mail, in der er um Verständnis für seine Zurückhaltung beim Händeschütteln bittet.

Begrüßung mit Faust-Check

„Das ist nicht mangelnde Höflichkeit oder gar fehlende Handschlagqualität, sondern hat rein hygienische Gründe“, so Gemeinderat Hofbauer mit einem Augenzwinkern. Bei seinem

Lions-Club sei das aber schon voll akzeptiert und wird bereits praktiziert. „Die meisten Mitglieder begrüßen sich in Grippezeiten nicht mehr mit Handschlag, sondern mit Faustgruß“, ist Hofbauer froh.

Worum es ihm aber vor allem ginge, sei ein Handschlagsverbot in Spitälern. Dahingehend will Hofbauer auch einen Antrag im Gemeinderat einbringen.

Markus Saleh, praktischer Arzt in Weidling, bestätigt die Bedenken von Gemeinderat Hofbauer: „Nein, das hat nichts mit Hysterie zu tun, da sind mehr Keime auf den Handflächen, als wir alle vermuten.“ Handläufe bei Treppen, Türschnallen, Handys, PC-Tastaturen und sogar die Einkaufswägen in den Kaufhäusern – überall sitzen Keime, die mit der Handfläche aufgenommen und mit dem Handschlag weitergegeben werden. Bei gründlicher Reinigung mit Seife werden zwar 90 Prozent der Keime vernichtet, trotzdem rät der Arzt: „Händeschütteln und Bussi-Geben sollte in Grippezeiten tunlichst vermieden werden.“

Die Nasen der Eskimos lässt das kalt. Statistisch sind sie vor Grippeviren gefeit. Das wiederum liegt aber wahrscheinlich an der klirrenden Kälte der Arktis, die jeden Keim erfrieren lässt.

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