Erstellt am 15. November 2017, 05:00

von Veronika Löwenstein

Stammzellenspender gesucht: Wer hilft Christoph (31)?. Kollegenschaft organisiert große Aktion, um geeigneten Stammzellenspender für ihren schwer erkrankten Kollegen zu finden.

Christoph Strenn mit seinem Sohn Paul. Da war die Welt für den jungen Familienvater noch in Ordnung.  |  privat

Die Diagnose traf Christoph Strenn (31) aus heiterem Himmel. Bei dem jungen Familienvater, der in der Justizanstalt Korneuburg arbeitet, wurde eine aplastische Anämie festgestellt. Er braucht dringend eine Knochenmarkt- bzw. Stammzellenspende. Seine Kollegen haben für kommenden Freitag eine große Aktion geplant, bei der man sich mittels Wangenabstrich typisieren lassen und freiwillig in die internationale Spenderdatenbank aufnehmen lassen kann.

Claudia Gradinger, eine Kollegin von Strenn, hat die Organisation der Aktion in die Hand genommen. Die Kollegenschaft ist selbst tief betroffen. Was mit blauen Flecken begonnen hat, wurde am 1. September als
aplastische Anämie diagnostiziert. „Etliche Tage hatten wir Ungewissheit, doch dann mussten wir erfahren, dass Christoph an dieser sehr seltenen Krankheit leidet. Es hat uns allen sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weggezogen“, berichtet Gradinger. Strenn ist Vater des einjährigen Paul, seine Ehefrau, die ebenfalls Justizwachebeamtin ist, ist gerade im achten Monat schwanger.

„Als wir erfahren haben, dass Christoph an dieser seltenen Krankheit leidet, hat es uns den Boden unter den Füßen weggezogen.“Kollegin Claudia Gradinger

„Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um der kleinen Familie den Vater gesund zurückzuholen“, gibt sich die Kollegin kämpferisch. Unter aplastischer Anämie versteht man ein Knochenmarkversagen mit einer Verringerung der Anzahl aller Zellen des Blutes. Eine Knochenmark- und Stammzellenspende kann dem jungen Vater helfen, allerdings ist der richtige Spender noch nicht gefunden. Und das, obwohl die Datenbank 30 Millionen Menschen erfasst. „Normalerweise kommt auf 500.000 Menschen ein passender Spender“, weiß Gradinger.

Die letzten zwei Monate hat Strenn im Spital in Isolation verbringen müssen. „Sein Immunsystem wurde auf null gestellt“, erzählt Gradinger, die sich im Klaren ist, dass dem Kollegen ein langer Weg bis zur Genesung bevorsteht. Mit der Aktion hofft man, den passenden Stammzellenspender zu finden. In Strenns Heimatort Absdorf haben sich bei einer ähnlichen Aktion 1.483 Personen registrieren lassen. Der Abstrich wird von Agathe Rosenmayr, Projektverantwortliche der Spenderdatei an der MedUni Wien, durchgeführt.