Korneuburg

Erstellt am 15. November 2017, 05:00

von Veronika Löwenstein

Mitarbeiter erkrankt: Schalter blieb geschlossen. ÖBB-Kunden standen trotz regulärer Öffnungszeit mehrmals vor geschlossenem Schalter. ÖBB argumentiert mit Krankheitswelle.

Einbahn Schalter: ÖBB-Kunden sind verärgert.  |  privat

Die Empörung am Korneuburger Bahnhof war in den letzten Wochen groß. Bahnkunden standen während der Öffnungszeiten des Personenschalters vor verschlossenen Türen. Für viele Pendler war das nur das Tüpfchen auf dem „i“, hatte die ÖBB sich doch schon mit der Entfernung des dritten Ticket-Automaten keine Freunde gemacht. Argumentiert wurde diese damals auch mit dem vorhandenen Personenschalter, für den im gleichen Atemzug längere Öffnungszeiten angekündigt wurden.

Die Realität schaut anders aus, schildert Erwin Baumgartner, der für seine studierende Tochter ein Formular für die Jugendvorteilscard abgeben wollte. Sowohl am Freitag als auch am darauffolgenden Montag war der Schalter trotz Öffnungszeit nicht besetzt. „Es herrschte Chaos pur“, beschreibt er die Situation am Bahnhof, „vor dem Automaten stand sicher eine Schlange von zehn Leuten.“ Seine Tochter musste sich daraufhin ein normales Ticket kaufen.

Die Antwort auf seine Beschwerde beim ÖBB-Kundenservice lässt Baumgartner den Kopf schütteln: „Man hat mir gesagt, dass das halt so ist, wenn das Personal woanders gebraucht wird.“ Baumgarten ist nicht der Einzige, der sich über den geschlossenen Schalter aufregt. Die Liste im Korneuburger Facebook-Forum ist lang. „Da versprechen sie bei der ÖBB längere Öffnungszeiten am Schalter statt mehr Automaten und sind nicht im Stande, die angeschriebenen Öffnungszeiten wie heute bis 12 Uhr einzuhalten. Es reicht schön langsam mit der Kundenquälerei“, ärgert sich etwa Stefan S. „Eine Frechheit, was da am Bahnhof abgeht“, pflichtet ihm Helga Z. bei.

Mehrere krankheitsbedingte Ausfälle

Und was sagt die ÖBB zu den Vorwürfen? „Natürlich wollen wir uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen“, betätigt ÖBB-Sprecher Christopher Seif, dass es in den letzten Wochen aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Seif führt aus: Am 2. Oktober hätte sich der Stamm-Mitarbeiter in der Früh krankgemeldet und die Nachbesetzung hätte einige Zeit gedauert, am 25. Oktober erkrankte eine Mitarbeiterin während der Dienstzeit und musste sich zum Arzt bringen lassen, auch am 5. November musste eine erkrankte Mitarbeiterin während des Dienstes gehen und am 6. und 7. November sei der Schalter geschlossen gewesen, weil aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle kein geschultes Personal unter Berücksichtigung der Arbeitszeitrichtlinien eingesetzt werden konnte.