Erstellt am 13. Januar 2018, 05:15

von Veronika Löwenstein

Peripherie ist Schwachstelle. Kandidaten bemängeln Verspätungen und Verbindungen ins Land.

Es waren zwei Meilensteine in der Optimierung des öffentlichen Verkehrs: die Einführung des Viertelstundentakts auf der S-Bahn-Strecke zwischen Korneuburg und Wien sowie die Installation des ISTmobils, das ab April 2018 auf neue Beine gestellt werden soll. Aber reichen diese Neuerungen, um den Bezirk verkehrstechnisch zukunftsfit zu machen? Die NÖN fragte die Kandidaten, die sich am 28. Jänner der Landtagswahl stellen.

Einig ist man sich, dass der öffentliche Verkehr entlang der Hauptverbindungen gut ausgebaut ist. „In vielen Gesprächen mit Bürgern und auch im Familienkreis wird mir aber immer wieder über erhebliche Verspätungen oder Ausfälle sowie überfüllte Züge morgens und abends berichtet“, schränkt FP-Kandidat Robert Koppensteiner ein. Die Anfälligkeit für Störungen kritisiert auch NEOS-Kandidat Elmar Pittracher, dem grundsätzlich ein Konzept für den Großraum Wien über die Ländergrenzen hinweg fehlt.

„Die Regiobahn ist aktuell nicht umsetzbar. Ich will nicht sagen, dass sie tot ist, vielleicht ist sie in zwei Jahren wieder Thema.“Christian Gepp, VP-Kandidat

Anders wird die Qualität der öffentlichen Verkehrsanbindung im ländlichen Raum des Bezirks beurteilt. „Dass manche Gemeinden nur zwei- bis dreimal am Tag öffentlich zu erreichen sind, ist nicht optimal“, ist sich VP-Kandidat Christian Gepp bewusst. Er plädiert dafür, Zentren zum Umsteigen zu schaffen. Das ISTmobil sieht Gepp als attraktives Verkehrsmittel, um von den ländlichen Gemeinden die Bahnhöfe – ab April auch noch günstiger – zu erreichen. Das ISTmobil ist auch für SP-Kandidat Martin Peterl ein Hoffnungsschimmer, der ebenfalls Schwachstellen im peripheren Raum ortet. „Man muss abwarten, wie die Neustrukturierung greift“, sagt er. Die Preisgestaltung ist für ihn ein wesentlicher Anreiz für den Umstieg auf die Öffis. Ein 365- Euro-Ticket wäre eine wesentliche Motivation, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, glaubt er.

Nicht ganz so rosig sehen die Grünen das ISTmobil. Geht es nach der Grünen-Kandidatin Alexandra Adler, soll das neue System besser mit Bahn und Bus verknüpft werden. Sie fordert daher eine jährliche Evaluierung der Sammeltaxifahrten. „Auf stark frequentierten Strecken sollen dann zusätzliche VOR-Busverbindungen geschaffen werden“, so ihre Vorstellung. „Nur weil auf einer Strecke viermal das ISTmobil mit zwei Leuten fährt, kann ich nicht gleich einen Bus machen“, gibt Gepp zu denken, zumal sich eine kleine Änderung auf das ganze Bussystem auswirke.

Und wie steht der VP-Spitzenkandidat eigentlich zu dem Projekt Regiobahn zwischen Kor-neuburg und Ernstbrunn, das sein Vorgänger so forciert hat? „Die Regiobahn ist definitiv ein Thema, aber aktuell nicht umsetzbar. Man muss schauen, wie sich die Region entwickelt, vielleicht ist es in zwei Jahren wieder aktuell.“