Harmannsdorf

Erstellt am 14. Februar 2018, 08:06

von Veronika Löwenstein

Feuerwehren nach Tragödie noch immer im Einsatz. Nach der unfassbaren Brandtragödie in Obergänserndorf (Gemeinde Harmannsdorf, Bezirk Korneuburg), bei gestern Nachmittag ein 71-jähriger Großvater, sein 43-jähriger Sohn und der 13-jährige Enkelsohn ums Leben gekommen sind, herrscht Fassungslosigkeit in der Gemeinde.

 |  APA (BFK KORNEUBURG)

Die Feuerwehr war Mittwochfrüh noch immer an Ort und Stelle mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt. Wie berichtet, war es in einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle offenbar zu einer Explosion gekommen, durch die sich das Feuer rasend schnell auf eine weitere Halle, in der Heu und Stroh gelagert waren, ausbreiten konnte.

„Die Glutnester flackern immer wieder auf“, berichtet der Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes Franz Resperger am Mittwochmorgen. Die Brandermittler sind gerade wieder am Weg nach Obergänserndorf. „Das Problem ist, dass die Maschinenhalle einsturzgefährdet ist“, schildert Resperger, man müsse den Zustand der Halle erst statisch prüfen.

Problematische Löschwasserversorgung

In der Halle waren mehr als zehn Traktoren, ein Mähdrescher, Stapler und Pkws abgestellt. Die Maschinen hatten unglaublich schnell Feuer gefangen, „da bekommt es schnell mehr als 100 Grad.“ Für die Eingeschlossenen gab es keine Rettung mehr, sie konnten gestern nur noch tot geborgen werden.

Die Feuerwehr kämpfte mit dem Problem der Löschwasserversorgung, „weil weit und breit kein Teich war“, wie Resperger ausführt. Deshalb musste ein Pendelverkehr mit Großtanklöschfahrzeugen eingerichtet werden. Für die Helfer  kam eine weitere psychische Belastung hinzu, denn ein Opfer war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. „In dem Moment ist man konditioniert zu helfen“, sagt der Sprecher, nach getaner Arbeit stünden aber Feuerwehr-Peers zur Verfügung, wenn das gewünscht werde. Rund 20 Feuerwehrleute sind derzeit noch an Ort und Stelle, Resperger schätzt, dass die Arbeit bis nach Mittag dauern werden.

Ermittlungen zur Klärung der Ursache laufen

Die Staatsanwaltschaft hat die Obduktion der Leichen der beiden Männer und eines Buben angeordnet, teilte Polizeisprecher Johann Baumschlager Mittwochfrüh auf Anfrage mit.

Was sich am Dienstagnachmittag in dem Hallenkomplex - eine Maschinenhalle mit landwirtschaftlichen Geräten und eine Scheune, in der u.a. Stroh gelagert war - tatsächlich zugetragen hatte, ist auch Gegenstand der Ermittlungen des Landeskriminalamtes Niederösterreich. 

Dass in der Maschinenhalle vor der Explosion Arbeiten durchgeführt worden sein sollen, blieb vorerst unbestätigt.