Korneuburg

Erstellt am 04. Januar 2018, 05:00

von Michaela Höberth

Landtagswahlen 2018: Gemeinsame Ziele für den Bezirk. Große Themen sind Wohnen, Kinderbetreuung und Mobilität.

Der Ruf nach leistbaremWohnen ist ein Dauerbrenner im Bezirk. SPÖ und FPÖ wollen sich dafür einsetzen, die ÖVPverweist aufbereits geschaffene Wohnbauten mit Förderungen.  |  Bilderbox

Auch wenn man bei den Landtagswahlen am 28. Jänner um jede Stimme kämpft: Bei den großen Themen für den Bezirk haben die Spitzenkandidaten einige Berührungspunkte. Leistbares Wohnen, Kinderbetreuung und öffentlicher Verkehr stehen dabei ganz oben auf den Prioritätenlisten.

Peterl: "Wohnkosten werden in Höhe getrieben"

„In Korneuburg werden Wohnkosten so in die Höhe getrieben, dass es sich die Menschen aus der Umgebung kaum noch leisten können“, so Martin Peterl (SPÖ).

Für ihn ist das ganz klar „eine parteipolitische Geschichte. Man sieht ja, was die neue Regierung vor hat: Sie will das Eigenheim fördern. Um diese Förderungen aber überhaupt zu bekommen, muss man schon tief in die Tasche greifen können“, macht er klar.

FP-Kandidat Robert Koppensteiner denkt dabei vor allem an junge Menschen: „Sie brauchen leistbaren Wohnraum, damit sie auch in den Gemeinden bleiben können“, betont er. Christian Gepp (ÖVP) ist die Angriffe der SPÖ leid:

„Dass so viel Sozialer Wohnbau wie in den letzten Jahren geschaffen wurde, gab es in Korneuburg noch nie. Und es werden noch weitere geförderte Wohnungen entstehen“, kündigt er an. Es gäbe daher viel größere Anliegen für den Bezirk: „Ein riesen Thema sind Arbeitsplätze und Nahversorgung“, so Gepp.

„Wir haben schon viel erreicht. Jetzt gilt es, in dieser Gangart weiterzumachen – über Partei- und Gemeindegrenzen hinaus.“Christian Gepp, ÖVP

Doch auch Sicherheit, Mobilität, Tagestourismus und ein Ausbau der sozialen Infrastruktur seien Kernbereiche, an denen man arbeiten müsse. „Wir haben schon viel erreicht. Jetzt gilt es, in dieser Gangart weiterzumachen – über Partei- und Gemeindegrenzen hinaus“, appelliert Gepp.

Alexandra Adler, Spitzenkandidaten der Grünen, möchte den Frauen mehr Möglichkeiten geben. Dabei ist die Kinderbetreuung ein großer Punkt: „Eine Betreuung sollte schon ab einem oder eineinhalb Jahren möglich sein, auch am Land“, fordert sie. Es brauche mehr Bereitschaft, hier zu investieren. Auch in Sachen biologischer Landwirtschaft vermisst sie ein klares Bekenntnis. Ihr Vorschlag: „Wenn die Gemeinden biologische und regionale Produkte einkaufen, zum Beispiel für Schulen, würden die Bio-Bauern gestärkt.“

Besonders am Herzen liegt ihr jedoch der Ausbau des öffentlichen Verkehrs: „Der 15-Minuten-Takt der Züge sollte zumindest bis Stockerau gehen“, findet sie. Schwach sei der Busverkehr vor allem in den kleinen Gemeinden aufgestellt. Dem schließt sich auch die SPÖ an: „Das muss forciert werden“, fordert Peterl.

Pittracher: "Klare Verhältnisse schaffen"

Kritik an der Landespolitik äußern FPÖ und NEOS: „Bisher wurde in NÖ oft auf Show-Politik gesetzt. Aber die unzähligen Landesaktionen sind es nicht, die den Bürgern helfen oder sie interessieren“, so Koppensteiner. Für Elmar Pittracher (NEOS) ist Transparenz das große Stichwort:

„Es soll zum Beispiel keine Möglichkeit für das Land mehr geben, auch nur einen Euro unkontrolliert auszugeben“, will er klare Verhältnisse schaffen. Im Bezirk sei das geplante Postverteilerzentrum in Langenzersdorf seine Priorität:

„Ich möchte das Projekt verhindern. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie solche Projekte durchgezogen werden: Unter der Wahrnehmbarkeitsschwelle für die Bürger wird vorverhandelt und eingefädelt, es werden Details festgelegt, ohne die Bürger oder sogar Mandatare einzuweihen“, kritisiert er.