Stockerau

Erstellt am 10. Februar 2018, 05:00

von Michaela Höberth

Au: Begleitweg wird gesperrt. Der Bereich rund um die Fischwanderhilfe soll zur Erholung dienen. Doch der Begleitweg bleibt vorerst gesperrt – was bei VP-Stadtrat Kronberger für Ärger sorgt.

Der Weg, derneben der Fischwanderhilfe entlang des Waldrandes verläuft, bleibt langfristig gesperrt – der Waldrand wurde bei den Arbeiten geöffnet und muss sich erst wieder erholen.  |  Archiv

Erst vor Kurzem war es soweit: Die Fischwanderhilfe in der Au wurde geflutet und damit in Betrieb genommen. Sie ermöglicht es den Wasserbewohnern, das Kraftwerk Greifenstein durch einen vier Kilometer langen Umgehungsbach zu umschwimmen.

Seidl: "Gefahr durch umstürzende Bäume"

Von Anfang an war klar: Die Fischwanderhilfe soll sich nahtlos in die Natur einfügen und auch den Menschen als neues Naherholungsgebiet dienen. Doch es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis man das neu geschaffene Gewässer genießen kann: „Wir müssen den Begleitweg vorläufig sperren. Durch die Arbeiten für die Fischaufstiegshilfe musste der Waldrand geöffnet werden. Dieser schützt den Wald bei starkem Wind und Stürmen. Diese Funktion besteht derzeit nicht, weshalb besondere Gefahr durch umstürzende Bäume besteht“, erklärt Florian Seidl vom Verbund.

Er verweist auf forstrechtliche Bestimmungen, die eine Sicherung der Waldbestände von mindestens der 1,5-fachen Baumlänge vorsieht, um eine gefahrlose Benutzung von Wegen sicherzustellen.

Pflege- und Nutzungskonzept ist in Ausarbeitung

„Ein Pflege- und Nutzungskonzept ist für den Waldbestand ist in Ausarbeitung und wir werden in den nächsten Jahren behutsam die Verjüngung des Waldes betreiben. Von selbst wird sich die Natur auch die Waldränder gestalten und es ist davon auszugehen, dass rasch Sträucher aufkommen werden, die den Lebensraum ökologisch aufwerten und sicherer machen als zuvor“, betont Seidl.

Karl Kronberger, zuständiger VP-Stadtrat für Forst, ist über die Sperre verärgert: „Für das Projekt wurden acht Millionen aus öffentlichen Mitteln in die Hand genommen, da sollte der Begleitweg auch der Allgemeinheit zu Verfügung stehen“, findet er. Man hätte schon bei der Projektplanung einbeziehen müssen, dass sich der Wald erst erholen muss. „Bestes Beispiel dafür, wie man vorausschauend und im Sinne der Natur plant, ist die Arbeit der Bauhofmitarbeiter gegen das Eschentriebsterben“, führt er ins Treffen. Bei ihm ist der Unmut groß: „Ich habe mich selbst schon darauf gefreut, den Begleitweg für Spaziergänge und Radausflüge zu nutzen, jetzt wird den Stockerauern diese Freude wohl auf lange Zeit verwehrt bleiben.“