Gedersdorf

Erstellt am 09. Januar 2018, 04:04

von Udo Sagl

Giftanschlag gegen Tiere löst Angst im Kamptal aus. Achtung, hier sind Tierhasser am Werk: Ausgelegte Köder töten Raubvögel und gefährden auch Hunde.

Fast getötet: Bullterrier Timon.  |  Otsphoto/Shutterstock.com/Symbolbild

„Wir bitten alle Haustierhalter der betroffenen Gegend, besonders vorsichtig zu sein und weitere Vorfälle sofort der Polizei zu melden.“ Der Verein „Tierfreunde Österreich“ hat eine offizielle Warnung für das untere Kamptal ausgegeben.

Hund konnte gerade noch gerettet werden

Unmittelbarer Anlass: Der Bullterrier Timon aus Schlickendorf (Foto oben) wäre beinahe gestorben. Er hatte bei einem Spaziergang im Bereich Haitzendorf-Grunddorf an einem Giftköder geschnuppert. Timon, eineinhalb Jahre alt, konnte nur durch Infusionen gerettet werden.

Sein Besitzer stellte wenig später ein präpariertes Fleischstück sicher, das ein unbekannter Täter am Kamp-Ufer ausgelegt hatte. Die Nachricht vom Giftanschlag verbreitete sich rasch, löste sowohl Angst als auch Empörung aus und ließ in weiterer Folge den Verein „Birdlife Österreich“ aktiv werden.

Jägerschaft distanziert sich von den Vorfällen

Die Vogelschützer durchkämmten die Kamp-Auen und entdeckten im Bereich des „Tatorts“ insgesamt drei vergiftete Mäusebussarde. Tags darauf wurde bei Donaudorf ein weiterer toter Bussard gefunden.

Im Visier von Tierhassern: Mäusebussard.  |  Fichna/Shutterstock.com

Es besteht der dringende Verdacht, dass das verbotene Gift Carbofuran im Spiel ist und dass eine Reihe von Ködern in der Au liegt. Jetzt ermittelt die Polizei. „Das verdächtige Fleischstück und die toten Vögel werden in der Veterinär-Uni untersucht“, heißt es.

Mittlerweile hat sich die Jägerschaft von den Vorfällen distanziert. Diese Woche folgen konkrete Befragungen. Auch Umwelt-Kriminalisten sind alarmiert, weil im betroffenen Gebiet streng geschützte Kaiseradler vorkommen.