Krems

Erstellt am 11. Oktober 2017, 05:43

von Franz Aschauer

Kremser Bäcker gegen Verbot von Heu als Lebensmittel. Heu als Lebensmittel nach ORF-Fernsehbeitrag von Aufsicht und Ministerium verunglimpft. Bäckereien und Spitzengastronom sind gegen ein generelles Verbot.

Symbolbild: Parilov/Shutterstock  |  Parilov/Shutterstock

Eine österreichweite Debatte löste ein Beitrag in der ORF-Sendung „Steiermark heute“ aus. Backexpertin Eva-Maria Lipp stellte darin ein Rezept für Heubrot vor. Keine Freude mit dem Beitrag hatte die Lebensmittelaufsicht.

Heubrot dürfe nicht vermarktet werden, weil nicht klar sei, ob es schädliche Stoffe beinhalte. Noch weiter geht das Gesundheitsministerium, das Heu den Status als Lebensmittel abspricht und seine Verwendung damit de facto verbietet.

Fixer Bestandteil in der Spitzengastronomie

Nicht im Angebot haben das umstrittene Heubrot die heimischen Bäckereien, bei denen trotzdem Verwunderung über das Verbot herrscht. „Ich halte ein Generalverbot für nicht zielführend. Man muss bei der Auswahl des Heus einfach sorgsam sein“, sagt Barbara Schmidl von der gleichnamigen Bäckerei.

Weniger ein Problem mit Heubrot als mit den Lebensmitteln in Supermärkten hat man bei der Bäckerei Aubrunner. „Da ist in unzähligen Produkten viel mehr drinnen, was gesundheitsschädigend ist“, sagt Karin Aubrunner.

Ein fixer Bestandteil ist Heu in der Spitzengastronomie, so auch bei Starkoch Thomas Dorfer im Landhaus Bacher in Mautern, wo es in der Nachspeise in Form einer Heumilchcreme auf den Tisch kommt. „Das Heu dafür beziehen wir von einer Alm in Kärnten, wo ich weiß, dass kein Düngemittel zum Einsatz kommt.“ Heu werde in anderen Restaurants aber auch in ungewöhnlicheren Varianten verwendet, etwa als Füllung von Geflügel, so Dorfer.

Laut dem vielfach prämierten Koch sorgen Einflüsse aus der nordischen Küche dafür, dass auch noch viel „exotischere“ Produkte auf dem Teller landen. „Ich denke dabei nur an Fichtenwipfel und Tannenzweige. Mein früherer Sous-Chef hat aus Letzteren mal ein Eis gemacht.“

Dorfer plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema: „Man muss schauen, wo die Produkte herkommen. Die Herrschaften in ihren Institutionen sollten aber genauso schauen, wer aller von solchen Verboten betroffen ist.“